Mittelklassemodell
Opel sucht einen anderen Namen für den Vectra

Der Autohersteller Opel wird sein nächstes Mittelklassemodell wahrscheinlich nicht mehr Vectra nennen. GM-Europachef Carl-Peter Forster bestätigte erstmals, dass der Autobauer mit einer Umbenennung liebäugelt. Einen konkreten Vorschlag scheint es auch schon zu geben.

PARIS. „Es kann sein, dass wir den Wagen umbenennen, wenn wir einen guten Namen finden“, sagte Forster am Rande des Autosalons in Paris. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist der Name Insignia, die Bezeichnung einer Oberklassenstudie von Opel, als Nachfolger im Gespräch. Diese soll imageverbessernd wirken und die Neuartigkeit des nächsten Modells unterstreichen. Bereits Anfang der 90er Jahre hatten die Rüsselsheimer den Namen Kadett aus dem Modellprogramm gestrichen und den Nachfolger Astra genannt, um einen Neustart im Rennen um das Golf-Segment zu dokumentieren.

Opel setzt damit ebenso wie Fiat bei der Namensgebung auf eine Zäsur. Die Italiener hatten bereits angekündigt, den Nachfolger des Kompaktwagens Fiat Stilo wieder Bravo zu nennen. Das für Anfang 2007 geplante neue Modell erhält damit jene Bezeichnung, die schon der Vorgänger des glücklosen Stilo bis 2001 trug. Opel orientiert sich dagegen mit dem Namen Insignia für das ab 2008 geplante neue Opel-Mittelklassenmodell an seiner nicht in die Produktion gegebenen Oberklassen-Studie, die der Hersteller bereits 2003 auf der Automesse IAA vorgestellt hatte.

Als erstes Fachmagazin hatte bereits die „Automobilwoche“ über entsprechende Erwägungen bei Opel berichtet. In den einschlägigen Internetforen stößt eine mögliche Umbenennung allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. „Oh, mein Gott, der Name klingt schrecklich“, mosert dort ein Teilnehmer, der sich Wire nennt, „hört sich auch nicht verkaufserfolgsteigernd an.“

Forster stellte zugleich eine Entscheidung im Standortwettbewerb um den nächsten Opel Astra zurück: „Das Thema wird spruchreif in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. Wir wollen das so spät wie möglich entscheiden, um bessere Planungssicherheit zu haben.“ Ursprünglich hatte es intern geheißen, eine Entscheidung über die nächsten Standorte des wichtigsten GM-Modells in Europa werde im Frühjahr 2007 getroffen. Ein GM-Sprecher betonte, dass das Unternehmen bisher stets von einer Entscheidung im Jahr 2007 gesprochen habe.

Der Zeitplan für den Wettbewerb um die Fertigung des mit Abstand wichtigsten GM-Modells in Europa ist aus dem Tritt geraten, weil auch Wochen nach Ende der Bewerbungsfrist wegen des Widerstands der Betriebsräte noch keine Unterlagen der betroffenen Standorte vorliegen. Wenn sich das Management nicht auf Verhandlungen über einen neuen Rahmenvertrag einließe, werde es auch bis Mitte Oktober noch kein Angebot geben, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt. Die Arbeitnehmervertreter wollen erst etwas vorlegen, wenn das Management Zusagen für einen neuen europäischen Rahmenvertrag über 2010 hinaus macht. Forster gab sich jedoch in Paris zögerlich. „Ich weiß nicht, ob das jetzt ein Thema ist.“

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