Mobile.de und Autoscout24 beherrschen den Markt – Preiserhöhungen verärgern den Handel
Autohandel kommt an Online-Börsen kaum noch vorbei

Während der Neuwagenmarkt in Deutschland vor sich hindümpelt, boomen die Gebrauchtwagenbörsen im Internet.

DÜSSELDORF. „Wir haben mindestens ein Drittel mehr Besucher auf unseren Seiten als in den Wintermonaten“, sagt Ralph Werner von Mobile.de. Auch Markus Hinz, Geschäftsführer des Münchener Konkurrenten Autoscout24 ist mit dem ersten Halbjahr zufrieden. „Unser Geschäft ist auf Wachstum getrimmt.“

Die ehemals eigenständigen Börsen geben keine Zahlen mehr bekannt, seit sie jeweils unter das Dach eines neuen Mutterkonzerns geschlüpft sind. Gleichwohl gelten sie als sehr profitabel. So hat T-Online im Dezember 2003 die Scout-Gruppe für 180 Mill. Euro übernommen. Wenige Monate später legte das Auktionshaus Ebay 121 Mill. Euro für Mobile.de auf den Tisch. Beide Unternehmen hatten zuvor erfolglos versucht, eigene Autobörsen im Internet zu etablieren.

Mit zusammen rund 2,3 Millionen Autoanzeigen dominieren Mobile.de und Autoscout24 den Markt vor Autobild.de. Auch wenn die Geschäftsmodelle identisch sind, in der Strategie gehen die Kontrahenten unterschiedliche Wege. Konnten Privatkunden bei Mobile.de bis Anfang 2003 kostenlos inserieren, so ist nun eine Gebühr von zehn Euro fällig. „So sind viele unseriöse Angebote bei uns herausgefallen“, sagt Ralph Werner von Mobile. Die Folge: Innerhalb weniger Wochen sind hunderttausende Kleinkunden zu Autoscout24 übergelaufen. „Wir haben seitdem die größte Auswahl“ rühmt sich Autoscout24-Chef Hinz.

Vor allem auf gewerbliche Autohändler haben es die Autobörsen abgesehen. Bis zu 70 Prozent des Umsatzes bestreiten sie über die Verträge, die sie mit rund 25 000 Händlern abgeschlossen haben. Autoscout24 kassiert pauschal, Mobile.de hat seit Mai ein Staffelsystem eingeführt. Kommen kleine Händler seitdem billiger weg, wird es für die Großen deutlich teurer. „Bei höheren Volumina tritt eine Preissteigerung von 300 bis 400 Prozent ein“, klagt der VW-Händlerverband, stößt aber bei seiner Forderung nach Rabatten auf Granit. „Wir sind überzeugt, dieses System ist transparent und leistungsgerecht“, sagt Mobile-Geschäftsführer Werner. Autoscout24-Chef Hinz hofft auf neue Kundschaft: „Wir glauben, einfache Preismodelle funktionieren besser im Markt.“

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