Modellpalette wird abgerundet
Kompakter Mercedes für US-Markt geplant

Künftig will der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler unter der Marke Mercedes-Benz auch Kompaktwagen in den USA anbieten und die Modellpalette auf dem weltweit größten Markt damit nach unten abrunden.

HB STUTTGART. „Am Schluss wird es meiner Überzeugung nach Fahrzeuge von Chrysler in diesem Segment geben und auch Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz“, sagte Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber der Nachrichtenagentur Reuters. Noch allerdings sei der US-Markt unter anderem wegen des starken Wechselkurses des Euro zum Dollar nur bedingt reif für einen kompakten Mercedes. Es gebe schließlich weltweit einen Trend der Verkleinerung nicht nur bei den Motoren, sondern auch bei der Fahrzeug-Größe, sagte Weber.

Gestiegene Treibstoffpreise haben den Amerikanern zuletzt die Freude an den spritfressenden Geländewagen und Pick-Ups verdorben und den Verkauf von kleineren Autos mit schwächeren Motoren angeschoben. Die Konzernschwester Chrysler will deshalb nach langen Verhandlungen noch in diesem Jahr eine Kooperation mit einem anderen Hersteller für einen Kleinwagen (Sub-Compact) eingehen. Einer der Verhandlungspartner ist Chery aus China. Den Kleinwagen Smart will Daimler-Chrysler ab 2008 in den Metropolen der Ost- und Westküste vertreiben.

Chance die Modellpalette zu erweitern

Nach Webers Auffassung eröffnet sich für Mercedes jedoch die Chance, die in den USA angebotene Modellpalette - S-Klasse, R-Klasse, E-Klasse, C-Klasse und Geländewagen - zu erweitern. Die Nachfolger der bisher nur außerhalb der USA verkauften A- und B-Klasse müssten aber „absolut wettbewerbsfähig sein“, forderte der Manager. „Das heißt, wir brauchen unter anderem entsprechende Volumina.“

Die neue B-Klasse ist seit dem vergangenen Jahr auf dem Markt, die Produktion läuft auf Hochtouren. Die zweite Generation der kleineren A-Klasse wird seit 2004 verkauft. Das kleinste in den USA angebotene Mercedes-Modell ist derzeit die C-Klasse mit einem Sechszylinder-Motor. „Auf dem US-Markt steht Mercedes-Benz für Luxus-Autos“, hatte Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier seine ablehnende Haltung gegenüber einem Verkauf der B-Klasse in den USA unlängst begründet.

„Ottomotor wird Renaissance erleben“

Mercedes-Entwickler Weber rechnet zudem mit einem Abflauen des Diesel-Booms in Europa: „Der Ottomotor wird eine Renaissance erleben, nachdem er zunächst durch den Erfolg des Diesels in Europa auf einen Marktanteil von unter 50 Prozent gesunken ist.“ Turboaufladung, Abgasrückführung und Direkteinspritzung machten die Benzinmotoren bei geringerem Hubraum leistungsfähiger. „Damit wird der Ottomotor zwar teurer, bietet aber auch erlebbaren Mehrwert. Daher wird sich der Dieselanteil in Europa eher verstetigen“, sagte Weber voraus.

Dagegen sieht der in Personalunion auch als Daimler-Chrysler-Forschungsvorstand agierende Weber Dieselmotoren in Pkws in den USA auf dem Vormarsch. „Die Kunden in den USA reagieren äußerst positiv auf den Diesel-Antrieb.“ Mit dem gestiegenen Angebot von schwefelarmen Diesel-Kraftstoff würden alle europäischen Hersteller auf den Diesel-Trend aufspringen. Außer Volkswagen und Audi gebe es weitere Interessenten für die zusammen mit Bosch entwickelte Diesel-Abgasreinigung Bluetec. Durch Harnstoff-Einspritzung werden die Stickoxid-Werte reduziert und die Emissionsgrenzen in allen 50 US-Staaten eingehalten. „Es gibt viele Gespräche mit anderen Herstellern über eine Erweiterung der Bluetec-Allianz“, sagte Weber.

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