Modernste Motorroller-Technik unterm Retrokleid
Wie surrende Wespen

Motorroller sind vor allem in Städten beliebte Verkehrsmittel. Die neuen Modelle sind umweltfreundlicher und sicherer.

In Rom gehören sie zum Stadtbild wie der Petersdom und das Kolosseum. Motorroller sausen mit röhrenden Zweitaktmotoren in einem Affenzahn durch den dichten Verkehr wie ein Schwarm wilder Wespen über Bergwiesen. Sie sind flink und wendig, schlängeln sich durch die engste Lücke im Verkehr und ersparen die lästige Parkplatzsuche vor dem Eiscafé.

Die Nachfolger des Ur-Rollers Vespa (zu Deutsch Wespe), der vor 60 Jahren beim italienschen Hersteller Piaggio vom Band rollte, sind auch bei den Deutschen beliebt. "Wegen der hohen Benzinpreise fahren immer mehr Leute statt mit dem Auto mit dem Roller ins Büro oder zur Uni", sagt Gerd Müller, Geschäftsführer von Piaggio in Deutschland. Nicht mehr als drei Liter Benzin verbraucht ein Leichtkraftroller mit 50 Kubikzentimeter Hubraum auf 100 Kilometer. Dazu kommt der günstige Unterhalt. Rund 100 Euro jährlich fallen für die Versicherung in dieser Klasse an.

Günstige Modelle aus Fernost werden von vielen Baumärkte und Discounter feilgeboten. Die Preise für diese Scooter, Englisch für Roller, starten ab 600 Euro. Die Billigangebote der No-Name-Hersteller ärgern zwar Markenproduzenten wie Piaggio, Honda, Suzuki oder Yamaha, die in Deutschland Marktanteile verlieren, aber sie kurbeln den Markt an. Der Absatz von Leichtkraftrollern unter 125 Kubikzentimeter Hubraum stieg im vergangenen Jahr um mehr als sieben Prozent, die größeren Schwestern, die Kraftroller (ab 125 ccm), legten gar um fast 19 Prozent zu. Insgesamt verkauften die Zweiradhersteller im vergangenen Jahr 30 544 Motorroller in Deutschland. Der Rollerabsatz sorgte dafür, dass der gesamte Motorradmarkt 2005 um mehr als vier Prozent zulegte.

Piaggio und Co. trotzen den Billiganbietern mit verbesserter Technik und schickem Design. Die Vespa hat Kultstatus. Piaggio, zu dem auch die Motorradmarken Moto Guzzi und Aprilia gehören, ist Marktführer auf dem deutschen Rollermarkt. Und das, obwohl die günstigste Vespa mit 1 299 Euro gut doppelt so teuer ist wie ein Brummer aus einem Baumarkt. Mit den ersten Vespas haben die heutigen Roller aller Markenhersteller technisch nichts mehr gemein. Zwar setzt etwa Piaggio bei der neuen Vespa GTS 250 (Listenpreis 4 849 Euro) auf das klassische Vespa-Design mit Stahlkarosserie und Klappgepäckträger aus Chrom.

Unter dem Retrokleid aber steckt ein moderner Viertaktmotor mit Flüssigkeitskühlung und elektronischer Benzineinspritzung. Für mehr Fahrsicherheit sorgt ein ABS-Bremssystem. Zudem erfüllt das Gefährt als eines der ersten Zweiräder die neue Abgasnorm Euro 3. Konkurrent Honda hat seinen neuen Stadtroller PS 125i (Listenpreis 2 890 Euro) mit einem geregelten Katalysator ausgestattet. Und damit auch Frauen gern aufsteigen, hat das Modell ein großes Staufach unter der Sitzbank. Mit genug Platz für Helm - und Handtasche.

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