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Motorrad fahren im Herbst riskant

Laub und Landwirtschaft: Auf diese Probleme, sind die meisten Motorradfahrer im Herbst gefasst. Schließlich sorgen sowohl Blätter auf nassen Straßen als auch Schmutz von Feldern für gefährliche Glätte. Doch es gibt auch andere Risiken.

dpa/gms ESSEN/HANNOVER. Laub und Landwirtschaft: Auf diese Probleme, sind die meisten Motorradfahrer im Herbst gefasst. Schließlich sorgen sowohl Blätter auf nassen Straßen als auch Schmutz von Feldern für gefährliche Glätte. Doch es gibt auch andere Risiken.

So denkt kaum jemand daran, dass falsche Kleidung bei kühlen Außentemperaturen einen Einfluss auf die Reaktionsschnelligkeit haben kann. Auch Unterschiede der Reifen-Griffigkeit im Sommer und Herbst werden meist vernachlässigt.

„Alle Reifen brauchen eine bestimmte Betriebstemperatur“, erklärt Bert Korporal vom TÜV Nord in Hannover. Nur wenn die erreicht ist, bringt der Reifen optimale Haftungswerte - was bei Motorrädern vor allem in Kurven wichtig ist. Doch während sich das Gummi auf sommerlich warmem Asphalt schnell erwärmt, dauert dies im Herbst länger. Daher haben Motorradreifen unter herbstlichen Bedingungen erheblich weniger „Grip“. Kurven, die im Sommer schnell umrundet werden konnten, sollten daher gemächlicher angegangen werden.

Ebenso wichtig wie die Bereifung ist die Bekleidung des Fahrers, denn die sollte dafür sorgen, dass er sich wohl fühlt und gut gewärmt wird. „Kälte beeinflusst das Wohlbefinden und damit auch die Reaktionsgeschwindigkeit“, warnt Burkhard Gerkens vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn.

Ruprecht Müller vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern) weist darauf hin, sich bei der Kleidungswahl nicht nur von den Temperaturen bei Fahrtbeginn beeinflussen zu lassen: „Es gibt im Herbst zum Teil starke Temperaturschwankungen - je nach Tageszeit.“

Das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in Essen empfiehlt als Kälteschutz die Kombination mehrerer Kleidungsschichten. Gerade an kalten Tagen sollte dazu auch isolierende Unterwäsche aus Mischgeweben gehören, die den Temperaturhaushalt des Körpers reguliert. Ruprecht Müller empfiehlt, auf längeren Touren immer Regenschutzbekleidung dabei zu haben. Herkömmliche Motorradbekleidung nässt auf Dauer durch, was zu starker Abkühlung des Körpers führt.

Nicht zu vernachlässigen ist auch ein einwandfreies Helmvisier. Laut dem Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart können Kratzer die Sicht erheblich verschlechtern und bei Dunkelheit oder Nässe auf der schützenden Scheibe zu gefährlichem Streulicht führen. Das gilt vor allem auch durch die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge.

Doch auch wenn nichts blendet, ist im Herbst gute Sicht in Verbindung mit vorausschauender Fahrweise besonders wichtig. Denn manche Gefahr lässt sich nur durch genaues Hinschauen ausmachen. „Landwirtschaftlicher Schmutz oder auch Laub auf der Straße sind bei Nässe auf der Straße oft sehr schlecht zu erkennen“, sagt Müller.

Irgendwann kommt aber meist doch der Tag, an dem das Motorrad in der Garage abgestellt wird. Vor der Pause sollte das Zweirad laut dem ifz noch einmal gründlich gereinigt werden. Metalltanks sollten voll gefüllt werden, damit der Rost keine Chance hat. Bei Vergasermotoren sind die Schwimmerkammern zu leeren, der Reifendruck wird für die Standphase um 0,5 Bar erhöht, die Batterie ausgebaut und trocken gelagert. Und wenn es im Frühling erneut losgeht, dürfte auch manche Kurve wieder schneller gefahren werden können als im Herbst.

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