Mummert-Studie
Auto-Policen unter Druck

Autofahrer können auf weiter sinkende Tarife für Kfz-Versicherungen hoffen. Der Markt bleibe unter Druck, vermutet das Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting.

HB HAMBURG. Insgesamt geben die Bundesbürger nach Angaben von Mummert jedes Jahr mehr als 20 Milliarden Euro für den Versicherungsschutz ihrer Autos aus. Doch kein Versicherungsmarkt sei so hart umkämpft wie der für Autopolicen, heißt es in einer Pressemitteilung des Beratungsunternehmens. Seit Mitte 2004 würden sich die Unternehmen einen erbitterten Preiskampf liefern. Die Tarife für Kfz-Versicherungen seien seither im Schnitt bereits um rund zehn Prozent gesunken. „Das ist noch nicht das Ende des Abwärtstrends“, vermuten die Marktbeobachter, den Gesellschaften würden neue Millionen-Verluste drohen.

Als Gründe verweist Mummert auf sinkende Einnahmen trotz steigender Zulassungsraten, während der Konkurrenzdruck stetig wachse. Für den jüngsten Preiskampf sehen die Experten weniger die Aktionen von Einzelhändlern wie Tchibo als Ursache. Diese sind in den Vertrieb von Versicherungen eingestiegen. Auslöser der Entwicklung sei vielmehr vor allem ein starker Konkurrenzkampf unter den Unternehmen. „Die Konzerne hoffen, durch Preissenkungen neue Marktanteile zu gewinnen“, so Mummert.

Ein weiterer Faktor sei die „Renaissance“ des Internet-Vertriebs. Viele große Versicherungsgesellschaften hätten mit dem Vertrieb billigerer Kfz-Versicherungen über das Internet begonnen. Wettbewerber hätten aber nachgezogen.

Der Preiskampf gehe jetzt in eine neue Phase über, so die Beobachter. Nun würden auch die Autohersteller in den Versicherungsmarkt drängen. „Mittlerweile wird bereits jeder dritte Neuwagen über den Autoverkäufer versichert“, heißt es weiter; Autobauer würden ihre Fahrzeuge oftmals gleich mit dem dazugehörigen Versicherungsschutz verkaufen.

Die deutschen Autofahrer könnten von dem Preiskrieg profitieren, wenn sie flexibel sind, sagen die Marktbeobachter. Im laufenden Jahr habe fast jeder zehnte Autobesitzer seine Versicherungsgesellschaft gewechselt. Der Tausch kann sich lohnen. Nach Berechnungen von Steria Mummert Consulting können Autofahrer bei einem Umstieg vom teuersten auf den billigsten Anbieter bis zu 65 Prozent sparen.

Derzeit planenmindestens 3,2 Millionen Deutsche, auf eine andere Kfz-Versicherung oder einen neuen Tarif umzusteigen, so die Berater weiter. Jeder zweite Autobesitzer sei prinzipiell bereit, über einen Versicherungswechsel nachzudenken. Bis zum 30. November haben sie gemäß der gesetzlichen Kündigungsfrist noch Zeit für den Wechsel. „Die Versicherer locken derzeit mit mehr Billigofferten als jemals zuvor“, teilen die Experten weiter mit. Ihr Tipp: Bevor Autofahrer umsteigen, sollten sie genau vergleichen.

Wichtig sei nicht nur der Preisvergleich. Autofahrer sollten besonderes Augenmerk auf die Leistungsmerkmale werfen. „Wer die Unterschiede nicht kennt, kann im Schadenfall eine böse Überraschung erleben“, so Mummert. Einige Versicherer verzichten zum Beispiel bei einem Kaskoschaden auf den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit, andere dagegen nicht. Wer sich den Vorwurf gefallen lassen muss, gehe im Ernstfall leer aus.

Die Versicherer leisten auch unterschiedlich beispielsweise bei Wildunfällen. Viele Assekuranzen hätten hier die Liste der versicherten Tiere erweitert. „Auch der Marder kann zu einem echten Streitfall werden“, so die Beobachter. Einige Versicherer würden lediglich für die Knabbereien des Nagers aufkommen, während andere zusätzlich den Schadenersatz für beschädigtes Dämm- und Gummimaterial übernähmen.

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