Mutiger Griff zur Zukunftstechnik
Aston Martin Lagonda: Exot aus der Not

Aus der Not geboren. Das hört sich immer nach etwas an, das mehr oder weniger notdürftig zusammengefrickelt wurde und am Ende mehr schlecht als recht funktioniert. Dass aber aus der Not auch Einzigartiges entstehen kann, hat der britische Autobauer Aston Martin in den 70er Jahren bewiesen.

dpa/tmn GAYDON. Dort waren seinerzeit zwar die Kassen leer. Doch plötzlich meldete sich die Sportwagenschmiede mit einem Auto zurück, das die Welt der Auto-Enthusiasten in Aufregung versetzte: So etwas wie den Aston Martin Lagonda hatte man bis dahin noch nicht gesehen - auch wenn manche die Erscheinung eher für ein notgelandetes Raumschiff als für ein Auto hielten.

Der Aston Martin Lagonda war einzigartig - und wirkt selbst mehr als 30 Jahre nach seinem Debüt immer noch eine Spur futuristisch: eine stattliche 5,3 Meter lange Skulptur aus Metall, ein schlichtes, kantiges Heck, eine flach zulaufende Front mit Klappscheinwerfern und nur angedeutetem Kühlergrill. Trotz seiner grundlegenden Funktion als luxuriöse Limousine mit vier Türen duckte sich das Auto mit nur 1,3 Meter Höhe wie ein Supersportwagen auf die Straße.

Auch unterm Blech setzte man auf Ungewöhnliches. Denn der Lagonda protzte nicht nur mit 5,3 Litern Hubraum und acht Zylindern. Vor allem im Innenraum war das Auto zukunftsweisend: Als der Rest der Welt Begriffe wie Computer oder LED noch im Fremdwörter-Lexikon nachschlug, baute der britische Hersteller erstmals in einem Serienfahrzeug auf digitale Instrumentierung und Elektronik im Überfluss - allerdings nicht nur zur Freude der Kundschaft.

Der mutige Griff zur Zukunftstechnik erschien nicht nur an sich ungewöhnlich, es war vor allem erstaunlich, dass er mit den Namen Aston Martin und Lagonda verbunden war. Denn beide standen eigentlich eher für traditionell britischen Autobau im Stil einer Manufaktur. Die Marke Lagonda wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England von einem amerikanischen Ingenieur gegründet. Allerdings hielt der Erfolg nicht lange, so dass die Marke seit 1964 zu Aston Martin gehörte - und alsbald in Vergessenheit geriet.

Den Lagonda hatte der Designer William Towns entworfen. Nachdem im Januar 1976 ein erstes Modell aus Ton fertiggestellt war, konnte das Auto schon im Juli des Jahres vorgestellt werden. Der kurze Zeitrahmen hatte allerdings auch andere Folgen. Denn im Inneren lauerte so viel an Elektronik, wie man es bis dahin von einem Auto nicht kannte. In den Instrumenten kamen Leds zum Einsatz, viele Funktionen wurden über berührungsempfindliche Sensoren gesteuert.

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