Navi überführte die Diebe
Vier Jahre für Klau des OB-Benz

Ausgerechnet der Dienstwagen der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth wurde am 7. November vergangenen Jahres aus der Garage von Roths Fahrer in Nieder-Erlenbach gestohlen.

tth FRANKFURT. Ein professioneller Autodieb schnitt ein Loch in das Garagentor und hatte beim Wegfahren der 300 000 Euro teuren Mercedes-Karosse leichtes Spiel: Im Handschuhfach lag der Zündschlüssel bereit.

Doch die aufwendige Computertechnik des von der Stadtverwaltung bei Daimler-Chrysler geleasten Fahrzeugs wurde dem Dieb zum Verhängnis. Über das Navigationssystem des Mercedes S 600 konnte eine Tiefgarage im Stadtteil Höchst als Standort des Fahrzeugs ausgemacht werden. Die Polizei fuhr hin und legte damit zwei gewerbsmäßig vorgehenden Männern das Handwerk. Auf ihr Konto gingen noch drei weitere Autodiebstähle. Darunter der eines 90 000 Euro teuren Mercedes in Kronberg. Außerdem stahlen sie in drei Fällen Computer-Zubehör aus aufgebrochenen Fahrzeugen. In der Tiefgarage wurde die Wagen für die Weiterfahrt Richtung Osteuropa präpariert, wo sie auch verkauft werden sollten.

Konditor und Hausmeister

Gestern stand der polnische Konditor Mariusz P., 25, als Hauptangeklagter und sein 39-jähriger Komplize Viliam S. aus der Slowakei wegen Beihilfe vor dem Landgericht. Die beiden Angeklagten legten von Anfang an Geständnisse ab. Der Pole sagte, er habe nach einem Autounfall mit Totalschaden in seiner Heimat in großer finanzieller Bedrängnis gelebt. Deshalb hat er sich zu einer Autoschieberbande gesellt. Zu dieser gehören auch noch zwei weitere Mitglieder, die anderweitig in Haft sitzen. Auch der Komplize zeigte Reue. Er hatte lediglich die Tiefgarage angemietet und sich als eine Art Hausmeister betätigt. Um den Prozess in einem Verhandlungstag abschließen zu können, erledigte das Gericht drei der Vorwürfe durch Verfahrenseinstellung. Wegen der vier weiteren Taten – darunter der Diebstahl des Dienstwagens – wurde der Pole zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Hausmeister hatte Glück und kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und elf Monaten davon.

Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jochen Müller hielt sich im Strafmaß an die Vorgaben der Staatsanwaltschaft. Besonders dem Polen dürfte das Urteil Kopfzerbrechen machen. Sein Verteidiger hatte in Anbetracht fehlender Vorstrafen noch eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren beantragt.

Quelle: NEWS Frankfurt

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