Navigationssysteme von morgen
Lkw-Flotten mit Telematikdiensten

Noch herrscht in der Branche rund um Navigations- und Fahrzeugdaten wenig Offenheit. Online-Angebote ermöglichen jetzt den Spediteuren einen besseren Informationsaustausch, so dass Routen besser geplant werden können.
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KÖLN. Touren ins Ausland waren für die Fahrer der Spedition Schwank bisher oft eine Fahrt ins Ungewisse. "Noch ist in den meisten Systemen das Straßenverkehrsnetz für Lkws in den Nachbarländern nicht genügend erfasst", sagt Alexander Brömser, Fuhrparkleiter des hessischen Unternehmens. Auf der IAA will sein Telematikanbieter Datcom nun Abhilfe schaffen - er erweitert sein Navigationssystem für Lkws um neue Informationen. Damit können die Fahrer der rund 100 Lkws bei Schwank ihre Routen besser planen: Die Software zeigt ihnen an, welche Straßen durch Wohngebiete führen oder welche einfach zu schmal sind für die Trucks.

Ausgefeilte Telematik für Lkws - noch ist das die Ausnahme in der Transportbranche. In Europa sind laut Studien erst sechs Prozent der Flottenfahrzeuge mit Telematiksystemen ausgestattet, die über die reine Navigation hinausgehen. Sie verfügen über ein Gerät in der Zugmaschine, das mit einer Web-Anwendung in der Firmenzentrale gekoppelt ist. So lassen sich beispielsweise Lenkzeiten oder der Reifendruck überwachen.

Das Problem der Nutzer: Nicht jeder Hersteller entwickelt sein System so weiter, wie es der Kunde gerade wünscht. Doch fehlende Funktionen von anderen Anbietern einfach zuzukaufen, ist kaum möglich. Denn die Daten unterschiedlicher Telematiksysteme sind nur selten kompatibel. Spediteure, die sich für einen Anbieter entscheiden, sind somit oft über Jahre von ihm abhängig.

Offene Programmcodes könnten helfen, die Datenströme zu vereinheitlichen. Bisher fehlt es jedoch an Standards. "Viele Hersteller kochen ihr eigenes Süppchen", sagt Thomas Piller, Geschäftsführer beim Anbieter Funkwerk Eurotelematik.

Offene Plattformen sollen nun Abhilfe schaffen. Die MAN-Tochter Euro-Leasing etwa, die über 3 000 Zugmaschinen sowie 8 000 Auflieger vermietet, nutzt Nic-Base. Es vereinigt Daten aus den Fahrzeugen via Internet in einer Datenbank - selbst dann, wenn Fahrzeug und Trailer mit den Kommunikationsgeräten verschiedener Hersteller ausgestattet sind. Euro-Leasing-Kunden können über Nic-Base beispielsweise die Position von Lastern oder Temperaturen von Kühlaufliegern online abrufen. Die Daten lassen sich dann in die eigene Speditionssoftware integrieren - das ermöglichen spezielle Schnittstellen.

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