Neue Jaguar-Motoren
Endlich komplett

Nach der Modellpalette hat Jaguar nun auch sein Motorenangebot runderneuert. Die Limousinen XE und XF erhalten zwei neue Benziner und einen neuen Diesel aus der sogenannten Ingenium-Familie.

Fast zwei Jahre sind der Jaguar XE und sein großer Bruder XF nun auf dem Markt. Jetzt ist das Motorenangebot erstmals rund: Große Nachfrage erwarten die Briten vor allem bei der Top-Variante ihres neuen Vierzylinderdiesels. Dank zweier Turbolader kommt der 2,0-Liter-Motor im Mittelklassemodell XE und dem größeren XF auf 177 kW/240 PS Leistung und ein Drehmoment von stolzen 500 Newtonmeter.

Die Kraft wird beim XE serienmäßig über eine Achtgangautomatik auf alle vier Räder verteilt, den XF gibt es auch mit Hinterradantrieb. Damit hievt sich der XE auf ein Niveau mit den deutschen Wettbewerbern Audi, BMW und Mercedes, der XF schließt die Lücke zum mindestens 221 kW/300 PS starken Sechszylinder-Diesel. Bislang endete das Leistungsangebot bei den Vierzylinder-Dieseln beider Baureihen bei 132 kW/180 PS.

Auf der Straße zeigt sich der neue Diesel wie zu erwarten sehr druckvoll und im Verbund mit der Automatik überaus souverän. Wer nicht gerade vor dem Auto steht, bekommt von den typischen akustischen Nachteilen der selbstzündenden Arbeitsweise kaum etwas mit.

Hinterm Steuer hingegen kann man sich über den geringen Normverbrauch von 5,5 Litern freuen, der auch für die Praxis einigermaßen erreichbar scheint. Weil beim XE Top-Diesel und Allradtechnik zwangsgekoppelt sind, startet die Preisliste bei 46.260 Euro. Für 3.000 Euro Aufschlag erhält man den entsprechenden XF mit Hinterradantrieb, das Allradmodell kostet ab 51.960 Euro.

Wer nicht so viel Geld ausgeben mag oder zum wachsenden Kreis der Diesel-Skeptiker zählt, findet bei beiden Limousinen einen neuen 2,0-Liter-Vierzylinderturbo mit wahlweise 147 kW/200 PS und Hinterradantrieb oder 184 kW/250 PS und optionalem Allradantrieb. In beiden Varianten sorgt ein zweiflutiger Lader für Druck und ein Drehmoment von 320 beziehungsweise 365 Nm.

Beim XE ersetzen die Jaguar-Eigenentwicklungen die Vorgängermotoren mit gleichem Hubraum, die im Grunde noch aus der Zeit im Ford-Konzern stammen. Beim XF hatten sie keine Vorgänger und runden nun das Angebot nach unten ab.

Verzicht vom Fahrer verlangt dabei zumindest die stärkere Variante nicht, die durchzugsstark und kultiviert im Klang gut zum gelasseneren XF passt. Im kleineren und leichteren XE wirkt der Motor etwas bissiger und lässt das auch etwas stärker hören.

In Sachen Verbrauch muss der Halter hier aber wohl mehr Zugeständnisse machen als beim Diesel: Der Normwert von jeweils knapp sieben Litern wirkte zumindest während einer kurzen Testfahrt wie in weiter Ferne.

Der Preis für die Benziner liegt beim XE bei 36.690 Euro (250 PS: ab 41.160 Euro), für den XF werden mindestens 45.060 Euro (250 PS: ab 48.560 Euro) fällig. Wer einen Benziner will, kommt also beim XF ab sofort deutlich günstiger davon; bislang gab es alternativ zum Diesel nur einen Sechszylinder in der 60.000-Euro-Klasse.

Neben den neuen Motoren erhalten die beiden Limousinen zum neuen Modelljahr neue Ausstattungsoptionen. Auf Wunsch ist nun ein Dual-View-Touchscreen in der Mittelkonsole montiert, der Fahrer und Beifahrer ein jeweils eigenes Bild zeigt.

So sieht der eine etwa die Karte des Navigationssystems, während der andere einen Film schaut. Die Audiospur läuft dann über einen mitgelieferten Drahtlos-Kopfhörer. Darüber hinaus gibt es nun einen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, neue Sitze und eine Kofferraumklappe, die sich bei vollen Händen durch einen angedeuteten Fußtritt öffnen lässt.

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