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Neue Karosseriedetails verbessern Sicht

Denn nur wer das Verkehrsgeschehen ungestört beobachten kann, kann im Zweifelsfall auch die richtigen Entscheidungen treffen. Deshalb arbeiten Forscher, Designer und Entwickler daran, die Sichtverhältnisse hinterm Steuer zu verbessern.

dpa/gms STUTTGART/RÜSSELSHEIM. Denn nur wer das Verkehrsgeschehen ungestört beobachten kann, kann im Zweifelsfall auch die richtigen Entscheidungen treffen. Deshalb arbeiten Forscher, Designer und Entwickler daran, die Sichtverhältnisse hinterm Steuer zu verbessern.

Wie groß dabei selbst mit kleinen Mitteln die Möglichkeiten sind, zeigt das Beispiel der neuen A-Klasse von Mercedes. „Bei Fahrzeugen dieser Art haben die Fahrer wie auch bei den Vans zwar wegen der höheren Sitzposition einen besseren Überblick. Das Sichtfeld ist aber naturgemäß etwas eingeschränkt, weil die A-Säule bei solchen "One-Box-Designs" konzeptbedingt etwas größer ist“, sagt Goetz Renner aus der Ergonomie-Forschung von Daimler-Chrysler in Berlin.

Beim Modellwechsel haben die Schwaben auf Drängen der Ergonomen die A-Säule schlanker gemacht und auf den kleinen Steg in der vorderen Seitenscheibe verzichtet. Damit sei der Blickwinkel vorne rechts um zehn und vorne links um etwa 25 Grad erweitert worden. „So kann der Fahrer zum Beispiel einen Fußgänger, der zwischen parkenden Autos heraustritt, deutlich früher erkennen“, sagt Renner.

Während die Forscher vor allem an Details feilen, machen die Designer derzeit offensichtlich größere Sprünge. Mit neuen Scheiben lassen sie nicht nur mehr Licht ins Auto, sondern vergrößern gleichzeitig auch das Sichtfeld des Fahrers. So hat jetzt zum Beispiel Opel im neuen Astra GTC die nach Werksangaben erste Panorama-Frontscheibe vorgestellt. Sie wird im kommenden Frühjahr als Extra zunächst für den Zweitürer angeboten und reicht in einem Stück von der Motorhaube bis auf die Höhe der B-Säule ins Dach hinein.

„Man erlebt die Umgebung wie in der Kanzel eines Flugzeugs, weil kein Querholm den Blick einschränkt“, sagt Matthias Hallik, der für Opel die Scheibe entwickelt hat.

Aber die Entwickler bieten den Augen nicht nur ein größeres Blickfeld. Sie entlasten sie auch bei der Informationsaufnahme. So beschäftigen etwa die Hersteller der Cockpit-Instrumente eigens Ergonomen, die auf eine gute Ablesbarkeit und eine leicht wahrzunehmende Farbauswahl achten sollen. Noch einen Schritt weiter geht die Industrie mit dem Head Up-Display. Mit diesem System werden wichtige Fahrinformationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. „Dann schweben die Zahlen in etwa zwei Metern Entfernung über der Motorhaube“, beschreibt ein Entwickler von BMW in München.

Ebenfalls ein Plus für Sicht und Sicherheit erhoffen sich die Hersteller vom Kurvenlicht, bei dem die Scheinwerfer der Lenkbewegung folgen. Noch mehr Durchblick versprechen Hersteller, die bald Nachtsichtgeräte einführen wollen. Dann leuchtet zum Beispiel eine Infrarot-Kamera die Fahrbahn bis zu 150 Meter weit aus. „Ohne den Gegenverkehr zu blenden, kann der Fahrer dann so viel sehen wie mit einem leistungsstarken Fernlicht“, sagt Mercedes-Forschungsvorstand Thomas Weber.

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