Neue Kfz-Steuer tritt am 1. Juli in Kraft
Kleine Benziner sind am besten dran

Nach jahrelangen Diskussionen tritt am Mittwoch die neue Kfz-Steuer in Kraft.

HB BERLIN. Auch künftig gilt bei der Kfz-Steuer der Grundsatz, dass kleine Autos weniger Steuern kosten. Konkret ändert sich allerdings für alle Autobesitzer nichts. Denn erst Fahrzeuge, die tatsächlich ab diesem 1. Juli neu zugelassen werden, werden nach dem neuen Gesetz besteuert.Dabei tritt die Größe des Hubraums als Bemessungsgrundlage hinter den Kohlendioxid-Ausstoß zurück.

Zunächst gilt dabei ein Freibetrag, der auf EU-Vorgaben beruht. Bis 2011 bleiben Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von maximal 120 Gramm pro Kilometer steuerfrei, bis 2012/13 Autos mit bis zu 110 Gramm und ab 2014 Pkw mit 95 Gramm pro Kilometer oder weniger.

Diese Grenzwerte gelten dann aber jeweils für Neuzulassungen. So sollen die Hersteller dazu gebracht werden, Schritt für Schritt schadstoffärmere Autos anzubieten.

Zwei Euro pro Gramm

Jedes über die Zielvorgaben hinaus gehende Gramm kostet zwei Euro Steuer pro Jahr. Zusätzlich gibt es einen Sockelbetrag von zwei Euro pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum für Autos mit Ottomotoren und 9,50 Euro für Diesel-Pkw. Für Autos mit Wankelmotoren gelten besondere Berechnungsformeln.

Aus diesen Vorgaben ergibt sich auch ohne große Rechenakrobatik, dass Fahrzeuge mit niedrigem Hubraum und Benzinmotor am geringsten besteuert werden. Wer einen Wagen mit effektivem Hybridantrieb sein eigen nennt, kann aber auch bei größerem Hubraum viel Steuer sparen.

Alle Fahrzeuge, die vom 5. November bis Dienstag (30. Juni) neu zugelassen worden sind, werden erst einmal ein Jahr lang steuerfrei gestellt - Autos, und seien sie noch so sauber, die ab Mittwoch zugelassen werden, aber nicht. Das hat nichts mit der neuen Steuer zu tun, sondern ist Bestandteil des "Schutzschirms für Arbeitsplätze". Es dient neben der Abwrackprämie als Anreiz zum Autokauf.

Erfüllt der bis Dienstag zugelassene Pkw die Abgasvorschriften Euro 5 oder Euro 6, so bleibt er ein weiteres Jahr steuerfrei, maximal bis 31. Dezember 2010.

Danach prüft das Finanzamt von sich aus, ob die alte oder die neue Kfz-Steuer für den Halter des Pkw günstiger ist, und setzt die niedrigere Steuer fest. Autos, die vor dem 5. November 2008 zugelassen worden sind, werden weiter wie bisher besteuert.

An der Spitze 71 Euro weniger

Wer also den Neukauf eines Autos plant, kann kräftig sparen, wenn er sich am CO2-Ausstoß orientiert. Nach Berechnungen des ADAC ist der größte Steuersparer tatsächlich der Toyota Prius Hybrid mit 1,8 Litern Hubraum, der neben dem Benzin- auch noch einen Elektroantrieb hat, nach Werksangaben etwa vier Liter auf 100 Kilometer verbraucht und dabei 92 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Der Steuerbescheid für ihn fällt mit 30 Euro um 71 Euro pro Jahr geringer aus als nach der alten Regelung.

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