Neue Kooperationen sind ein großes Thema auf dem Autosalon 2005: Genfer Automesse als Kontaktbörse

Neue Kooperationen sind ein großes Thema auf dem Autosalon 2005
Genfer Automesse als Kontaktbörse

Trotz eisiger Außentemperaturen werden beim Genfer Automobilsalon, der heute seine Tore öffnet, bei den Vertretern der Autohersteller Frühlingsgefühle wach. Steigende Kosten, stärkerer Preisdruck und eine schwache Nachfrage zwingen immer mehr Autohersteller zum Flirt mit Konkurrenten.

hof HB GENF. In den kommenden Tagen bietet die Messe am Genfer See die ideale Plattform zur Kontaktaufnahme. Besonders nachdem sich General Motors und Fiat getrennt sowie Daimler-Chrysler und Mitsubishi ihre enge Verbindung gelöst haben, werden die Karten an der Partnerbörse neu gemischt.

Am stärksten ist der Druck für Fiat, Daimler und Mitsubishi. Die Italiener sind nach Meinung von Branchenexperten als Einzelspieler auf dem Markt der Volumenhersteller zu klein. Mit rund zwei Millionen verkauften Autos pro Jahr lassen sich die Milliardenkosten für die Erneuerung der Modellpalette nicht erwirtschaften. Partner sind dringend nötig, auch wenn die Zeit der „Fusionsmanie“ nach Meinung von Arndt Ellinghorst, Autoanalyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, „endgültig vorbei ist“.

Einen Partner braucht auch Daimler-Vorstand Eckhard Cordes für die Kleinwagenmarke Smart. Nachdem Smart im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als einer halben Mrd. Euro gemacht hat und im laufenden Jahr keine Besserung in Sicht ist, werden für die Marke alle Alternativen geprüft. Nach der Kündigung der Verbindung zu Mitsubishi und dem schleppenden Anlauf des Viersitzers Forfour braucht Smart einen neuen Partner, um ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln.

Als Partner bei Kleinwagen könnte Fiat interessant sein. Die Italiener gelten trotz des ramponierten Images und der operativen Probleme als Spezialisten. „Auf Projektbasis würde das Sinn haben“, glaubt Ellinghorst. Doch die Verbindung „eines Fußkranken und eines Lahmen“ sei sicher keine optimale Verbindung, warnt Vinzenz Schwegmann, Autoexperte bei der Unternehmensberatung Alix Partners.

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