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Neue Lacktrends setzen sich langsam durch

Individualisierung ist eines der großen Stichworte der aktuellen Automode. Doch wenn es um die Wunschlackierung geht, fällt die Wahl zum großen Teil auf Silber. Nun haben neue Farbideen Mühe, sich durchzusetzen.

dpa/gms WUPPERTAL/FLENSBURG. Individualisierung ist eines der großen Stichworte der aktuellen Automode. Doch wenn es um die Wunschlackierung geht, fällt die Wahl zum großen Teil auf Silber. Nun haben neue Farbideen Mühe, sich durchzusetzen.

Wie die Farbwünsche der Autokäufer aussehen, fasst das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg zusammen. So gehörten im Jahr 2004 von rund 3,2 Mill. neu zugelassenen Autos 1,5 Mill. in die Kategorie Grau, zu der vor allem Silbermetallic zählt. Mit rund 790 000 Autos kam Schwarz auf den zweiten, Blau mit 550 000 Neuwagen auf den dritten Platz. Rot mit 135 000 und Grün mit 120 000 Autos spielten kaum eine Rolle, von bunten Nischenfarben ganz zu schweigen.

Trotzdem rechnen Farbdesigner damit, dass Silber seinen Höhepunkt erreicht hat. „Silber hatte seine Hochzeit, als man das Auto vor allem über die Technik definierte“, erläutert Michaela Finkenzeller, Farbdesignerin beim Autolack-Produzenten Basf Coatings in Münster. Dass Autos trotzdem noch so oft in Silber geordert werden, hat nach Ansicht der Experten mit Vernunft zu tun. Laut Farbdesignerin Sandra Krüger von Dupont Performance Coatings in Wuppertal wird Silber auch wegen des vermuteten besseren Wiederverkaufs geordert. Viele meinen, dass sich für so ein Auto leichter Interessenten finden lassen.

Trotzdem setzt langsam ein Umschwung ein. „Das normale Silber ist uninteressant geworden“, sagt Michaela Finkenzeller. Man setze nun auf so genanntes tinted silver. Dabei werden dem Lack blaue oder grüne Tönungen beigemischt. Autofarben folgten zudem aktuellen Moden. So kommt es nicht von ungefähr, dass auch das lang verschmähte Weiß auf Autokarosserien eine kleine Renaissance erlebt. Gerade an Lifestyle-Mobilen wie dem New Beetle Cabrio von VW oder dem Mini sind solche Töne wieder vergleichsweise häufig zu entdecken.

Ein langjähriges Steckenpferd der Farbdesigner sind Metallic-Lacke mit braunen oder beigen Färbungen. Seit Jahren hoffen sie auf den Durchbruch solcher Töne, können aber erst jetzt erste kleine Erfolge verbuchen. Laut KBA-Statistik wurden im Juli 2004 gerade einmal 324 Autos neu zugelassen, deren Farbe zur Kategorie Braun gehörte, waren es im Juli 2005 mit 935 Neuzulassungen fast dreimal so viel.

Laut Sandra Krüger wären metallische Beigetöne guter Ersatz für Silber. „Außerdem passen solche Naturtöne wie Braun auch gut zu dem aktuellen SUV-Trend.“ Michaela Finkenzeller hofft, dass auch hier die Vorlieben der Mode folgen. Ihrer Ansicht nach wäre die Lounge-Kultur mit ihrer Vorliebe für solche gemütlicheren Farben ein Ansatz.

Ein weiterer Trend lautet Two-Tone - also zwei Farben auf der Karosserie, wie es bei Nobelmarken wie Maybach oder Bugatti üblich ist oder es Seat jetzt auch im erschwinglicheren Bereich auf Wunsch anbietet. „Das wird sicher ein Thema werden, allerdings nicht über eine lange Zeit“, meint Sandra Krüger.

Insgesamt rechnen die Experten damit, dass es in einigen Jahren bunter auf den Straßen zugehen wird. So setzt Sandra Krüger bei sportlichen Autos auf kräftige Rottöne, Orange ist demnach ein Trendton für kleinere Fahrzeug und junge Käufer. Autofahrer mit Blick auf den Wiederverkaufswert müssen allerdings nicht komplett umdenken - die Fachleute gehen davon aus, dass Silber nicht verschwinden wird.

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