Neue Märkte
Automobile Messen fahren vornweg

In Branchen wie Telekommunikation, IT und Maschinenbau haben selbst etablierte Leitveranstaltungen mit den Folgen der Globalisierung und den sich rasant verändernden Märkten zu kämpfen. Anders in der Automobilindustrie: Die wichtigsten Messen profitieren ungebrochen von neuen Märkten wie China und Russland. Und kaum eine Branche nutzt sie so geschickt als Marketingplattform.

DÜSSELDORF. „Die großen Messen haben an Bedeutung zugelegt“, sagte jedenfalls ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Der Auto-Verband richtet mit der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt die größte Messe der Branche aus. Die Bedeutung der IAA als „weltweit wichtigster Leitmesse“ sei ungebrochen, so der VDA-Sprecher. Die Statistik scheint ihm Recht zu geben: Die 62. Auflage im vergangenen September verzeichnete fast eine Million Besucher aus 125 Ländern.

Die Attraktion Auto ist trotz Klima-Debatte und Rekordölpreisen offenbar ungebrochen. „Unsere Branche und vor allem ihre Produkte sind glamourös, das schafft eine große Anziehungskraft“, meinte ein BMW-Sprecher, „und macht Messen zu einem effizienten Instrument, um unsere Produktbotschaften unterzubringen.“

Das sehen auch die Messe-Gesellschaften so. „Die Besucherzahlen sind stabil, weil die Autoindustrie gerade für den Endverbraucher sehr attraktiv ist“, sagte ein Sprecher der Deutschen Messe. In Hannover öffnet Ende September der Nutzfahrzeug-Ableger der IAA seine Tore.

„Es gibt kein anderes Produkt auf der Welt, dass die Menschen derart emotionalisiert wie das Auto, sei es aus Zuneigung oder Ablehnung“, sagte Michael Trautmann, Mitinhaber der Hamburger Werbeagentur Kempertrautmann, die für Audi, Mediamarkt und Paulaner arbeitet. „Selbst wenn das Auto polarisiert, wie in der Umweltdebatte, erreicht es die Gefühle der Menschen.“

Allein für Konsumenten wäre der Showspaß allerdings viel zu teuer, zumal immer neue Messen wie derzeit die Auto China von den Herstellern zu stemmen sind. „Automessen haben stärker als andere nicht nur Besucher im Fokus, sondern auch das Medienecho“, gibt der BMW-Sprecher zu. Der mediale Wert für die Hersteller sei hoch, sagt auch Werber Trautmann. Dabei kommt den Autokonzernen zugute, dass sie die Präsentation ihrer Neuheiten punktgenau vorbereiten können. „In anderen Branchen orientieren sich die Zyklen der Innovation nicht am Messekalender. Automodelle wechseln alle fünf bis acht Jahre. Da sind Premieren gut zu planen“, sagte Trautmann. In der IT-Branche dagegen seien Fortschritte, wie etwa die Geschwindigkeit von Prozessoren, kaum greifbar.

Das Forum Messe lassen sich auch die Zulieferer als wesentlicher Taktgeber der technischen Innovationen im Auto nicht entgehen. „Automobilmessen sind eine hervorragende Gelegenheit, direkt mit dem Hersteller, aber auch mit den Endkunden, über die letztlich die Nachfrage gesteuert wird, in Kontakt zu treten“, sagte eine Sprecherin des Reifenherstellers Continental. Europas zweitgrößter Zulieferer erwartet vom Marketinginstrument Messe, die Bekanntheit des Unternehmens, der Marke sowie der Produkte und Technologien zu steigern. Allerdings gewinnen für Conti auch Tech-Shows an Bedeutung, Hausmessen direkt bei den Kunden.

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