Neuer Fiat 500
„Ich will, dass der Cinquecento unser iPod wird“

Italien im Cinquecento-Fieber: Zeitungen drucken Sonderseiten, kaum ein Abendessen, an dem der neue Kleinwagen nicht Thema ist. Mit dem neuen Fiat 500 will der italienische Autobauer einen Mythos wiederbeleben und an alte Erfolge anknüpfen. Marketingexperten halten das nicht für ausgeschlossen.

TURIN. Ein gigantisches Feuerwerk entspringt dem Fluss, silberne Menschenkörper formen sich in der Luft schwebend zur Karosserie, Original-Cinquecento-Autos gleiten wie von Zauberhand geführt zu „Ciao, Ciao Bambina“ von Domenico Modugno über das Wasser des Po.

Mehr als zehntausend Autohändler, Sammler und Journalisten sind nach Turin gepilgert, um von der Tribüne längs des Flussufers das Open-Air-Spektakel rund um die schwimmende Bühne zu bestaunen. Premierminister Romano Prodi und Außenhandelsministerin Emma Bonino sind ebenso neugierig wie Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera, die Barilla-Brüder und die Spitzen der Großbank Intesa Sanpaolo.

Italien ist im Cinquecento-Fieber. Zeitungen drucken Sonderseiten, kaum ein Abendessen, an dem der neue Kleinwagen nicht Thema ist. Während die Amerikaner der iPhone-Euphorie von Apple verfallen, beherrscht der Cinquecento seit Wochen die Gemüter der Italiener. „Ich will, dass Fiat der Apple des Autos wird – und der Cinquecento unser iPod“, machte Fiat-Chef Sergio Marchionne klar.

Mit einem gigantischen Marktauf-takt trommelt Fiat für den kleinen, bauchigen Flitzer, der in Italien wie kein anderer für Wirtschaftswunder und Freiheit steht. Noch heute verbinden viele Menschen das kulleräugige Auto mit ihrem ersten Urlaub – oder „ihrem ersten Kuss“, wie jüngst der ehemalige Regierungschef Silvio Berlusconi bemerkte.

Fiat hat keine Kosten und Mühen gescheut, um zum 50. Jahrestag des Originals den Marktauftritt des neuen Cinquecento zu feiern: Die gleiche Agentur, die schon die Zeremonien der Olympischen Spiele organisierte, steht auch hinter der Cinquecento-Party. Menschliche Feuerspiralen, Wasserakrobaten und die Hip-Hop-Sängerin Lauryn Hill hielten das Publikum fast zwei Stunden lang in Atem.

Der neue Cinquecento ist der Hoffnungsträger des Konzerns. Im vergangenen Jahr hat die Autosparte von Fiat dank der Führung des vor drei Jahren angetretenen Sergio Machionne zum ersten Mal seit 2000 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Aktienkurs hat sich inner-halb der vergangenen zwei Jahre verfünffacht. Und in diesem Jahr erhielt das Unternehmen von der Ratingagentur Fitch zum ersten Mal seit vier Jahren wieder den Investment-grad-Status. Vor allem der neue Pan-da und der „Grande Punto“, verkaufen sich bestens und sichern Fiat in einem schwierigen Marktumfeld steigende Marktanteile.

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