Neuer Nissan Qashqai
Vorfahrt für den Zungenbrecher

Nissan feiert in London die Premiere seines neuen Geländewagens Qashqai. In Deutschland ist jeder zweite verkaufte Wagen des Autobauers ein Qashqai. Die Neuauflage des Modells ist zum Erfolg verdammt.
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LondonEr ist einer der erfolgreichsten Geländewagen Europas – und der Hoffnungsträger des japanischen Autoherstellers Nissan: Der Kompakt-Offroader Qashqai, von dem die Japaner seit 2007 zwei Millionen Exemplare weltweit verkauften. Jetzt schickt der Autobauer eine neue Generation des SUV mit dem zungenbrecherischen Namen ins Rennen – mit einer pompösen Premiere in Großbritanniens größtem Filmstudio.

Eine britische „Big Brother“-Staffel wurde vor Jahren hier gedreht, doch am Donnerstag stehen keine Container-Insassen, sondern ein chromblitzendes Auto im Scheinwerferlicht. Lounge-Musik tröpfelt aus den Boxen, auf einer großen Leinwand leuchtet im Studio 7 das Bild einer nächtlichen Skyline.

It’s Showtime: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist dafür persönlich in die 3 Mills Studios im Norden Londons geeilt und preist das neue Modell in schwärmerischen Worten. „Der Wagen ist neu von Grund auf und stellt den bisherigen Status Quo in Frage“, ruft der Topmanager in den Saal.

Vorfahrt für den Zungenbrecher: Der Libanese mit französischen Pass an der Spitze des japanisch-französischen Autokonzerns weiß, dass für das Unternehmen mit der Neuerfindung des Bestsellers im Nissan-Modellprogramm viel auf dem Spiel steht.

In Deutschland hätten die Japaner ohne das Kompakt-SUV, dessen Name sich von einem iranischen Nomadenvolk ableitet, ein Problem: Mit 22.485 verkauften Fahrzeugen zwischen Januar und Oktober 2013 ist der City-Nomade allein für rund die Hälfte des Nissan-Absatzes in Deutschland verantwortlich – und liegt damit weit vor seinen Markenkollegen Juke und Micra.

Für Nissan ist der Wagen ein Erfolgsgarant: Etwa 300.000 Fahrzeuge laufen jährlich im britischen Werk Sunderland vom Band. Intensiv haben die Japaner darum studiert, was den ersten Qashqai so beliebt machte. Beim Design gab es dabei offensichtlich noch Nachholbedarf: Die Optik der zweiten Auflage des SUV, der in ganz in weiß in den 3 Mills Studios auf die Bühne rollt, hat sich stark verändert und fällt nun deutlich dynamischer und aggressiver aus.

Auch unter der Haube tut sich etwas: Der Crossover wird neue Motoren bekommen, die zu mehr Sparsamkeit erzogen wurden. Wie bisher wird es das Kompakt-SUV als Fünf- und als Siebensitzer Qashqai+2 geben, ergänzend zur bisherigen Aufstellung soll es darüber hinaus auch einen sparsamen Qashqai Hybrid geben.

Für Nissan ist die Premiere des Autos eine der wichtigsten Modellerneuerungen im laufenden Jahr. Denn SUV stehen für mehr Gewinn, mehr Verkäufe und sind damit eine große Chance für den Autobauer, der zuletzt etwas aus dem Tritt geraten ist. Erst Anfang November musste Nissan nach einem Absatzeinbruch in China und Südostasien sein Gewinnziel nach unten revidieren.

Für das Geschäftsjahr zum Ende März wird nur noch mit einem Überschuss von 355 Milliarden Yen (2,64 Milliarden Euro) gerechnet. Dies ist fast ein Fünftel weniger als Japans Branchenzweiter nach Toyota bisher in Aussicht gestellt hatte.

Auch ein groß angelegter Rückruf über fast 909.000 Autos im September lastet Nissan zufolge auf dem Jahresergebnis. Doch Ghosn hat hohe Wachstumsziele für Nissan ausgerufen. Er will den Marktanteil erhöhen und die operative Marge auf acht Prozent bis 2017 steigern. Die zweite Qashqai-Generation ist zum Erfolg verdammt.

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