Neuer Volvo XC90 vorgestellt Mit Thors Hammer gegen Audi, BMW und Mercedes

Ein SUV soll Volvo zum Comeback verhelfen: Mit dem XC90 will der schwedische Autobauer in chinesischer Hand reiche Asiaten begeistern. Ein riskantes Spiel um die Gunst der Kunden in Europa und Amerika.
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Volvo früher: Ein Kombi der erfolgreichen 240er-Reihe von 1990. Quelle: PR

Volvo früher: Ein Kombi der erfolgreichen 240er-Reihe von 1990.

(Foto: PR)

DüsseldorfVolvo, war das nicht mal mal diese kantige Automarke, mit der Oberstudienräte, Steuerberater und Architekten ein bisschen exotisches Anderssein dokumentieren konnten, aber ohne damit groß aufzufallen? Ein klar gezeichnetes Understatement-Auto, meist ein Kombi, mit dem man komfortabel, vor allem aber sicher ans Ziel kam, wenn auch mit dem Luftwiderstandsbeiwert des Göteborger Rathauses.

So geometrisch und schlicht wie die Formen waren auch die Typenbezeichnungen: Volvo 245 stand für vier Zylinder und fünf Türen. Volvo 242 für vier Zylinder und zwei Türen. 244 für vier Zylinder und vier Türen. Doch das ist eine halbe Ewigkeit her, die oben genannte lang und erfolgreich gebaute 240er-Reihe längst im Oldtimer-Olymp angekommen.

Vor vier Jahren nahm die chinesische Geely Holding dem Auto-Massenhersteller Ford die Tochter Volvo für 1,3 Milliarden Dollar ab, die Amerikaner hatten sich im Zuge einer umfassenden Konzernsanierung gleich von mehreren Marken getrennt. Nach nur kurzen anfänglichen Unsicherheiten, was die Chinesen mit der Traditionsmarke vorhaben, wurde klar: Mehr Luxus sollte es sein, vor allem für den Automarkt direkt vor der eigenen Haustür – China, mittlerweile zum weltweit wichtigsten Auto-Absatzmarkt aufgestiegen.

Volvo heute: Der neue XC90. Die zweite Generation des Luxus-SUV wartet mit einer Vielzahl an Sicherheits- und Assistenzsystemen auf. Vor allem neue Kunden in Asien und Amerika will die Marke so erobern. Quelle: PR

Volvo heute: Der neue XC90. Die zweite Generation des Luxus-SUV wartet mit einer Vielzahl an Sicherheits- und Assistenzsystemen auf. Vor allem neue Kunden in Asien und Amerika will die Marke so erobern.

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Und der neue Hoffnungsträger für diesen Markt heißt XC90, es ist die zweite Generation des sportlichen Geländewagens. Ein SUV, das unter rein chinesischer Regie entstanden ist, und vor allem auf den beiden Märkten China und USA quasi zum Erfolg verdammt ist. Es soll unter anderem bei asiatischen Managern punkten, die sich Chauffeure leisten können. Hintergrund: Die Volksrepublik könnte nach Einschätzung von Analysten bis 2020 auch bei Oberklasseautos zum weltweit größten Absatzmarkt aufsteigen.

Spätestens mit den Halbjahreszahlen, die Volvo-Chef Hakan Samuelsson vergangene Woche präsentierte, scheint klar: Der Plan könnte aufgehen. Um satte 36 Prozent stiegen die Volvo-Verkäufe in China. Angesichts dieser Entwicklung, mit der sogar der Mutterkonzern Geely überflügelt wird, erwartet Volvo nun für 2014 ein Absatzplus von zehn Prozent nach bisher fünf Prozent, was 470.000 Fahrzeugen entsprechen würde. Das wäre ein neuer Absatzrekord für Volvo.

Der Geely Holding indes geht es schlecht: Um etwa 20 Prozent auf umgerechnet 134 Millionen Euro brach ihr Gewinn schwachen ersten Halbjahr ein, nachdem rund 30 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft wurden. Geely musste die eigenen Prognosen kappen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich derzeit bei vielen chinesischen Marken ab, obwohl die Regierung heimische Marken stützen will: Ihr Anteil am Heimatmarkt sank zuletzt, Chinesen kaufen mehrheitlich westliche Automarken.

Mit Kristallglas und Diamantschliff auf Kundenfang
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Beim neuen XC90 hat Volvo 90 Prozent aller Bauteile erneuert. Das Fahrzeug kommt in der Basisausstattung für rund 50.000 Euro auf den Markt, die First Edition wird rund 91.000 Euro kosten. Beibehalten wurde die typische geschwungene Form der Rückleuchten.

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Volvo heute: Der neue XC90. Die zweite Generation des Luxus-SUV wartet mit einer Vielzahl an Sicherheits- und Assistenzsystemen auf. Vor allem neue Kunden in Asien und Amerika will die Marke so erobern.

Zweite Generation des Volvo XC90 - Innen alles anders
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Nicht nur mit der Materialauswahl soll der Siebensitzer Akzente setzen.

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Die neuen T-förmigen Tagfahrleuchten „Thors Hammer“ des Volvo XC90 sollen an den nordischen Donnergott erinnern. Wesentlichere Neuerungen sind für den Laien nicht so leicht zu erkennen.

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Auffälligste Änderung im Cockpit: Die zuletzt in allen Modellen der Marke als prägendes Element eingesetzte „freischwebende“ Mittelkonsole mit ihren vielen Knöpfchen ist verschwunden.

Dominiert wird das Cockpit stattdessen von einem großen, hochkant stehenden Bildschirm, über den Navigation, Infotainment-Systeme und Klimaanlage mittels Gesten und Berührungen gesteuert werden.

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Den Mittelpunkt des Interieurs bildet ein Touchscreen in der Mittelkonsole, der wie ein Tablet funktioniert und das Herzstück des neuen Bordbediensystems bildet. Es kommt fast ohne Knöpfe aus und bietet Autofahrern Zugang zu internetbasierten Diensten.

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Der eigentliche Clou des neuen XC90 steckt aber unter dem Blech, kommt beim SUV doch erstmals Volvos neue flexible Produktarchitektur SPA zum Einsatz, die ähnlich wie etwa die MQB- und MLB-Baukästen des VW-Konzerns künftig zahlreiche unterschiedliche Modelle auf einer einzigen Plattform ermöglichen soll. Das senkt Entwicklungs- und Produktionskosten.

Doch es gibt auch ein paar Schönheitsfehler in der Volvo-Bilanz: So beträgt die operative Marge gerade mal 1,6 Prozent und liegt damit weit hinter dem eigenen Ziel von acht Prozent bis zum Jahr 2020 und auch deutlich hintern dem Premium-Wettbewerb namens BMW, Audi und Daimler.

Und der Erfolg in China ist nicht übertragbar: Zwar meldete Volvo auch gute Geschäfte in Westeuropa, wo im Halbjahr ein Absatzplus von 8,6 Prozent zustande kam. Doch in den USA, wo viele große Autobauer schon seit einiger Zeit konstant hohe Zuwächse erzielen, läuft es für die Schweden nicht rund. Auf dem zweitgrößten Automarkt weltweit setzte Volvo elf Prozent weniger Fahrzeuge ab. Das große Manko: Es fehlt an frischen Modellen.

Samuelsson, der vor zwei Jahren vom deutschen Lastwagenbauer MAN kam, will das ändern: Die Verkäufe der Schweden sollen sich besser entwickeln als der Gesamtmarkt, hatte er im Januar gesagt.

Die neuen T-förmigen Tagfahrleuchten „Thors Hammer“ des Volvo XC90 sollen an den nordischen Donnergott erinnern. Wesentlichere Neuerungen sind für den Laien nicht so leicht zu erkennen. Quelle: PR

Die neuen T-förmigen Tagfahrleuchten „Thors Hammer“ des Volvo XC90 sollen an den nordischen Donnergott erinnern. Wesentlichere Neuerungen sind für den Laien nicht so leicht zu erkennen.

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Abkehr von großen Triebwerken
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2 Kommentare zu "Neuer Volvo XC90 vorgestellt: Mit Thors Hammer gegen Audi, BMW und Mercedes"

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  • Ein weiterer überflüssiger SUV. Sieht aus wie ein Audi Q 5 mit Volvo-Grill und Volvo-Heck.
    Was früher Volvo ausgemacht hat, nämlich Individualität mit Sicherheitsanspruch ist der Beliebigkeit gewichen

  • will nur hoffen dass das tagfahrlicht noch mehr blendet als die bisherigen.
    So wird das leben täglich schöner.

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