Neuwagenreport
Der VW Up ist der Gewinner im Internet

Das Internet wird in den kommenden Jahren mehr Neuwagenkäufer für sich gewinnen. Aber bereits jetzt lassen sich aus dem Verhalten der Internetkunden interessante Schlüsse auf den Gesamtmarkt ziehen.
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DüsseldorfWer sein Auto im Internet kauft, der gilt oft als Vorreiter für den Gesamtmarkt. „Diese Early Adopter setzen immer wieder die ein oder andere Duftmarke für die kommenden Trends“, sagt Alexander Bugge vom Internetportal meinauto.de. Und die monatlich rund eine Millionen Kunden des Portals haben eine klare Präferenz: Kompaktwagen und SUVs.

Auf diese beiden Segmente sind im vierten Quartal 2011 knapp die Hälfte der Marktanteile im Internet entfallen (Kompaktklasse 22,9 Prozent, SUV 21,9 Prozent). Auf das gesamte Jahr gesehen kommen die beiden Fahrzeugklassen auf 41,7 Prozent.

In der Auswertung lässt sich auch ein weiterer Trend erkennen. So ist im vergangenen Quartal das Kleinstwagensegment im Internet am stärksten gewachsen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Marktanteil im Internet in dieser Klasse um 38,6 Prozent in die Höhe geschnellt. Im Gesamtmarkt hingegen ist der Marktanteil der Kleinstwagen von 6,3 auf 5,7 Prozent zurückgegangen. Bugge sieht in dem starken Internetmarkt für die Minis den Anfang eines Wachstums: „2012 wird der Kleinstwagentrend aus dem Internet auch im Gesamtmarkt sichtbar werden. Dafür sprechen Modellneuheiten wie der VW Up und Skoda Citigo aus dem Volumenstarken VW-Konzern.“ Dazu kämen Neuauflagen der etablierten Modelle wie Citroen C1, Renault Twingo und Peugeot 107 sowie der allgemeine Downsizingtrend.

Gerade der neue Kleinstwagen von VW hat im Internetmarkt einen fulminanten Start hingelegt. Innerhalb eines Quartals konnte der Up sich mit einem Marktanteil von 25,5 Prozent an die Spitze des Segments setzen. Die bisherige Nummer eins, der Fiat 500, kommt nur noch auf 11,8 Prozent Marktanteil. In den drei Monaten zuvor waren es noch 17,4 Prozent. „Den Verbrauchern hat scheinbar ein deutsches Modell im Kleinstwagensegment gefehlt. Das große Interesse der Kunden basiert jedoch sicher auch auf der starken Medien- und Werbepräsenz. Es bleibt abzuwarten, ob sich der up! langfristig gegen die etablierte Konkurrenz behaupten kann“, erklärt Autoexperte Bugge.

Im Gesamtmarkt kommt der Up bisher nur auf Rang sechs im Segment (7,93 Prozent Marktanteil). Das liegt aber daran, dass die meisten Up erst im Dezember ausgeliefert wurden. Bestellungen im Internet zählen bereits jetzt in die Statistik, für den Gesamtmarkt ist aber laut meinauto.de im ersten Quartal mit deutlich besseren Zahlen für den VW-Mini zu rechnen.

2011 war der beste Monat, um einen Neuwagen zu kaufen, der Oktober. Hier gab es durchschnittlich 6.494 Euro Preisnachlass. Im schwächsten Monat, dem April, waren es nur 5.129 Euro. Internetkunden gaben im vergangenen Jahr im Schnitt 22.309 Euro für ihren Neuwagen aus, im Gesamtmarkt liegt der Durchschnittspreis bei 27.896 Euro.

Im Vergleich der Marken konnte Ford am meisten im Internet zulegen. Die Kölner konnten hier ihren Marktanteil von 5,0 auf 7,6 Prozent steigern (plus 52,5 Prozent). Auch im Gesamtmarkt sind sie die größten Gewinner, allerdings nur mit einer Steigerung um 10,6 Prozent (von 6,7 auf 7,4 Prozent Marktanteil). Die größten Verluste muss Opel hinnehmen. Die Rüsselsheimer haben 21,2 Prozent im Internet eingebüßt, auch im Gesamtmarkt ist Opel mit einem Rückgang von 6,8 Prozent der größte Verlierer unter den besten Zehn. „Ford scheint mit Produkt- und Preispolitik die Erwartungen der Internetkunden zu erfüllen“, lobt Bugge. „Das ist die Online-Überraschung 2012.“

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Neuwagenreport: Der VW Up ist der Gewinner im Internet"

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  • war das jetzt Ironie?

  • Man sieht eben, dass Volkswagen mal wieder ein glückliches Händchen hatte, als es darum ging, die Führungselite von morgen mit diesem Fahrzeug anzusprechen.

    Die von Volkswagen bekannte top-qualität und das für weniger als 10.000 €, tut echt gut so ein umweltbewusstes Auto zu fahren.

  • Jawoll, "early Adobter"... die benutzen wohl als erstes Adobe-Software?? Was machen denn die Adapter? Und die Adopter? O Gott, Handelsblatt, Sie sind der Kewinner in tiesen Dagen!

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