Nord-Süd-Gefälle bei Elektroautos
Nur reiche Länder leisten sich E-Mobile

Das E-Auto ist aktuell ein Wohlstands-Phänomen: Lediglich in reichen Ländern finden die Fahrzeuge überhaupt Käufer. Und selbst dort nur mit staatlichen Subventionen.
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Elektroautos sind bislang nur etwas für reiche Länder. Laut einer Untersuchung des europäischen Kfz-Herstellerverbandes ACEA übersteigt der Marktanteil von E-Mobilen die Ein-Prozent-Hürde lediglich in jenen EU-Staaten, in denen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mindestens bei 30.000 Euro pro Einwohner liegt. In Staaten mit einem BIP unter 17.000 Euro pro Kopf spielt Elektromobilität so gut wie gar keine Rolle.

Als Beispiele wird neben den neuen Mitgliedsstaaten in Osteuropa Griechenland (BIP: 16.300 Euro) aufgeführt, wo die E-Auto-Quote bei 0,04 Prozent liegt; 2016 wurden dort gerade mal 32 Fahrzeuge verkauft. Eine Ausnahme von der Ein-Prozent-Regel stellt Deutschland dar: Obwohl das BIP hierzulande 37.900 Euro beträgt, liegt der Marktanteil von E-Mobilen nur bei 0,8 Prozent.

Neben dem Wohlstand der jeweiligen Gesellschaften spielen der Untersuchung zufolge auch staatliche Anreizprogramme eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der E-Mobilität. So sei der Marktanteil nur in Staaten mit mehr oder weniger hohen finanziellen Beihilfen substantiell.

In Ländern ohne derartige Prämien, etwa Polen, liege die E-Auto-Quote bei nahezu null. Der Industrie-Verband setzt sich vor diesem Hintergrund für europaweit einheitliche Anreizprogramme ein. Zudem fordert er, die uneinheitlichen E-Auto-Märkte bei künftigen Beschlüssen zu europäischen CO2-Grenzwerten für Pkw und Lkw zu berücksichtigen.

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