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Notrufsystem: Versicherer fürchten Herstellermonopol durch E-Call

Vor wettbewerbspolitischen Verwerfungen warnen die Versicherungen durch die Notfalleinrichtung E-Call, die die EU-Kommission ab 2015 für Neuwagen vorschreiben will. Nicht nur die Versicherer fürchten um das Geschäft.

E-Call setzt bei einem Unfall automatisch einen Notruf ab. Versicherungen sehen aber eine Lücke im Notruf-System. Quelle: dpa
E-Call setzt bei einem Unfall automatisch einen Notruf ab. Versicherungen sehen aber eine Lücke im Notruf-System. Quelle: dpa

DüsseldorfImmer energischer warnen die Assekuranzen vor einem verzerrten Wettbewerb durch die Notfalleinrichtung E-Call, die die EU-Kommission ab 2015 für jeden Neuwagen vorschreiben will. „Für dieses System sind Versicherer bisher nicht eingeplant“, kritisiert das vom größten deutschen Autoversicherer, der HUK-Coburg, getragene Goslar-Institut. Das Thema soll jetzt in großem Stil am Rande des 50. Verkehrsgerichtstags in Goslar diskutiert werden.

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Dabei dürfte das Ergebnis schon mehr oder weniger feststehen, denn die HUK-Coburg hat den ADAC zur Diskussion mit eingeladen. Doch der größte Automobilclub steht längst auf der Seite der Assekuranzen. Gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) soll der Autoclub einen Beschwerdebrief an die EU-Kommission geschrieben haben. Der GDV wollte zu dem Schreiben keine Stellung nehmen. Ziel der Initiative soll es sein, den Autofahrern mit E-Call-System immer die freie Wahl zu lassen, wohin ihr automatischer Hilferuf gesendet wird. Sowohl Autohersteller, Versicherer und Autoclubs verfügen über Notrufzentralen.

Verkehrssicherheit

Automobilclubs und Versicherer fürchten, dass das E-Call-Notrufsystem „ab Werk“ von den Herstellern erst einmal auf die eigene Notrufzentrale programmiert wird und so die Autohersteller das lukrative Pannen- und Unfallersatzgeschäft in großem Stil an sich ziehen könnten. Besonders kritisch ist die Entwicklung für die HUK-Coburg, die sehr erfolgreich ein eigenes 1200 Partnerwerkstätten umfassendes Netzwerk betreibt. Auch die meisten anderen Kfz-Versicherer bieten mittlerweile solche Partnerwerkstätten an. Jeder zweite Neukunde akzeptiert über verbilligte Kaskoverträge den Werkstattzwang der Assekuranzen. Die Versicherer fordern daher, dass die EU den Autofahrern die freie Wahl der Notrufzentrale einräumt.

Autofahrer könnten dann selbst bestimmen, wer sich um ihren Schaden oder ihre Panne kümmert. Vorstellbar ist dann auch, dass direkt oder zusätzlich eine Information an Verkehrsanwälte abgesandt wird. Sie betreiben im Internet das Portal www.schadenfix.de und werben dort damit, dass Verkehrsanwälte „das Beste für den Geschädigten herauszuholen.“ Gegen E-Call richtet sich übrigens auch der von den öffentlichen Versicherern bereits angebotene „Copilot“. Der lebensrettende automatische Notservice lässt sich in alle Fahrzeuge – somit auch in Gebrauchtwagen - einbauen und kostet derzeit 9,90 Euro pro Monat. "Der direkte Kontakt zu uns, ist ein Zusatzeffekt", betonte Peter Slawik, der bei den öffentlichen Assekuranzen für die Autoversicherung zuständig ist. Der Kunde müsse aber nicht den vom Versicherer bestellten Abschleppwagen nutzen, so Slawik. Es handele sich somit nicht um einen Werkstattzwang-Tarif "durch die Hintertür". Die öffentlichen Versicherer sind mit der Einführung des Copiloten Vorreiter in einem umkämpften Markt.

Quelle: mid
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