Nur eine Erfindung der Autoindustrie?
Winterreifen und die Sieben-Grad-Regel

Wann ist der Zeitpunkt für den Reifenwechsel? Die Autoindustrie sagt, bei 7 Grad. Der ADAC sieht das anders. Bei Nässe seien Sommerreifen sogar sicherer. Bei Schnee gehe es aber nicht ohne Wechsel.

FRANKFURT. Der Oktober ist vorbei. Zum Novemberanfang ziehen Regenwolken über das Land. Auch wenn die Temperaturen noch angenehm sind – viele Autofahrer gucken schon verunsichert auf die Straße. Als magische Grenze, ab wann ein Auto nicht mehr ohne Winterreifen auf die Straße sollte, galt bisher immer eine Außentemperatur von unter 7 Grad Celsius. Warum das so ist, weiß niemand so genau. Die Reifenindustrie freut sich in jedem Fall auf steigende Absatzzahlen, sobald das Thermometer fällt.

Erfindung der Autoindustrie

„Diese 7-Grad-Regel hat die Reifenindustrie aufgestellt, um mehr Produkte zu verkaufen“, vermutet Ulrich Buckmann vom ADAC Frankfurt.

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Es stimmt, dass die Gummimischung von Sommerreifen bei winterlichen Temperaturen aushärtet und dann weniger Grip aufbauen kann. An der Marke von 7 Grad lässt sich der Zeitpunkt, wann Autofahrer von Sommer- auf Winterreifen wechseln sollten, aber nicht festmachen. Fakt ist: Bei Schnee und Eis sind Winterreifen immer noch unerlässlich. Dank der Lamellen im Profil kommt ein Auto mit Winterreifen auf diesem Untergrund beim Bremsen viel schneller zum Stehen als eines mit Sommerreifen.

Ganz anders sieht es bei Nässe aus. Hier haben Winterreifen nämlich das Nachsehen. „Ein Sommerreifen hat bei Nass-Trocken-Wechsel die besseren Eigenschaften“, sagt Buckmann. Beim Winterreifentest der Zeitschrift „Auto Bild“ beispielsweise fährt zum Vergleich immer ein Fahrzeug mit Sommerreifen mit. Das Ergebnis: Bei Vollbremsungen auf nasser und trockener Fahrbahn stoppt ein Fahrzeug mit Sommerreifen deutlich früher als eines mit Winterreifen. Wer also die Möglichkeit hat, an den wenigen Schneetagen im Jahr auf sein Auto zu verzichten, kann auch mit Sommerreifen über den Winter kommen. „Der ADAC empfiehlt Winterreifen vom 31. Oktober bis zum 31. März nur für die Fahrer, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind“, sagt Buckmann.

Die Winterreifen beschäftigen auch den Gesetzgeber. Er plant eine „situationsabhängige Winterreifenpflicht“. Wer bei Schnee mit Sommerreifen erwischt wird, soll 20 Euro zahlen. Bei einer Behinderung des Verkehrs sind es sogar 40 Euro. Der Bundesrat muss allerdings noch zustimmen. Das Gesetz bezieht sich nur auf Witterungsverhältnisse – und nicht auf eine Zeitspanne, in der Winterreifen Pflicht sind.

Preise für Rohstoffe gestiegen

Wer sich jetzt noch Winterreifen zulegen will, muss dabei unter Umständen noch tiefer in die Tasche greifen. Der Reifenhersteller Bridgestone gab gestern bekannt, dass er die Preise in diesem Jahr um 5 Prozent erhöhen wird. Der Grund: Die Preise für die Rohmaterialien Erdöl und Naturgummi sind stark gestiegen.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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