Nur Führerschein-Neulinge müssen sich auf Neuerungen einstellen
EU-Führerschein führt erst 2011 zu Veränderungen

Nach dem Beschluss der EU- Verkehrsminister zur Einführung eines einheitlichen europäischen Führerscheins müssen sich Autofahrer in Deutschland auf eine Reihe von Neuerungen einstellen. Dies betrifft allerdings nur diejenigen, die das Dokument nach der Einführung - frühestens im Jahr 2011 - neu erwerben. Wer bereits einen Führerschein besitzt, muss diesen auch danach nicht umtauschen.

HB BERLIN/LUXEMBURG. Die Kernpunkte des Beschlusses: Die äußere Erscheinung des Führerschein wird eine Plastikkarte im Scheckkartenformat sein. Alle zehn Jahre muss die Karte mit einem aktuellen Passfoto erneuert werden. Regelmäßige Gesundheitsprüfungen und Altersgrenzen sind nicht vorgesehen.

Wer bereits im Besitz eines deutschen Führerscheins ist, kann diesen lebenslang im gesamten EU-Raum nutzen. Es gibt weder einen zwingenden Umtausch noch eine Befristung. Bei einem Umzug ins Ausland allerdings müssen alte wie neue Führerscheine künftig nach zwei Jahren umgetauscht werden. Das hatte Spanien vor allem mit Blick auf seine zahlreichen deutschen Einwohner durchgesetzt. Bis zur Einführung des einheitlichen Führerscheins gelten hierfür unterschiedliche Fristen.

Wohnwagengespanne bis zu einem Gesamtgewicht von 4,2 Tonnen dürfen auch weiterhin mit einem normalen Führerschein für Personenwagen gesteuert werden. Dies setzte die deutsche Delegation mit Blick auf die zahlreichen deutschen Wohnwagenbesitzer durch.

Außerdem sieht die EU-Richtlinie eine Anhebung der zulässigen PS- Zahl bei Motorrädern für Fahranfänger vor. Junge Fahrer dürfen demnach künftig Maschinen mit 34 kW (50 PS) statt den bisher in Deutschland zulässigen 25 kW besteigen.

Die EU-Kommission zeigte sich mit dem Ministerratsbeschluss zufrieden. „Die meisten Punkte des Kommissionsvorschlags wurden übernommen“, sagte ein Sprecher von Verkehrskommissarin Loyola de Palacio am Freitag.

Der ADAC begrüßte, dass weder eine befristete Geltungsdauer für ältere Menschen noch regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen eingeführt werden. Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hofft, dass die Autofahrer ihre alten Führerscheine nach und nach freiwillig umtauschen.

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