Nur noch wenige Autowracks an deutschen Straßen
„Die Polen schleppen alles weg“

Viele Autoverwerter nehmen Autoschrott kostenlos an, ergab eine dpa-Umfrage. Als ein Grund gelten die hohen Metallpreise.

HB ROSTOCK/SCHWERIN. Ein Verwerter in Westmecklenburg sagte: „Wenn ich Geld nähme, würde ich kein Auto kriegen. Die Polen schleppen alles weg.“ Trotzdem wollen sich einige Autobesitzer nicht die Mühe der Entsorgung machen. Das kann teuer werden, die Bußgelder sind happig.

Die Stadt Rostock entsorgte im vergangenen Jahr 29 illegal abgestellte Altautos und musste dafür 4 250 Euro aufwenden, wie eine Stadtsprecherin sagte. Für 2006 zeichne sich ein ähnliches Ergebnis ab. Das Strafmaß in der Hansestadt reicht von Bußgeldern bis zu 1 000 Euro bis hin zur Strafanzeige mit der Folge eines Strafbefehls über etwa 2 000 Euro. Das Problem ist aber - verglichen mit dem Beginn der 1990er Jahre - eigentlich keines mehr: Damals musste die Stadt jährlich mehr als 1 000 Altautos entsorgen.

Auch in Schwerin stagniert die Zahl der festgestellten Altautos im Stadtgebiet seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. Im vorigen Jahr klebten die Stadtmitarbeiter an 173 Autowracks die Zettel mit der Aufforderung zur Entsorgung. Verschrotten musste die Kommune selbst dann 16. Bis September dieses Jahres waren es 10.

Im Uecker-Randow-Kreis waren Schrottautos - auch dort vorrangig Trabi und Co. - bis Mitte der 1990er Jahre ein sichtbares Problem, wie Sprecher Achim Froitzheim sagte. „Heute ist es nicht mehr wahrnehmbar.“ Zwar tauchten vereinzelt noch vierrädrige „illegale Ablagerungen“ in Feld und Flur des Landkreises mit einer Fläche von zwei Dritteln des Saarlandes auf. Diese würden jedoch meist umgehend gemeldet und der Entsorgung zugeführt. Ähnlich entspannt stelle sich die Situation auf privatem Grund und Boden dar. Dem Gros der abgemeldeten und endgültig stillgelegten Fahrzeuge komme der Landkreis über die Zulassungsstelle auf die Spur. „Bei argen Verstößen sind - ähnlich wie beim Phänomen der Schwarzbauten - die Nachbarn stets die besten Detektive.“

Einen weiteren Rückgang bei den illegal abgestellten Schrottautos erhofft sich die Rostocker Stadtverwaltung von der vollständigen Umsetzung der Altfahrzeugverordnung ab dem 1. Januar 2007. „Denn mit In-Kraft-Treten der Rücknahmepflicht der Hersteller für alle Fahrzeuge ihrer Marke hat dann jeder Letztbesitzer eines Altfahrzeugs die Möglichkeit, aber auch die Verpflichtung, sein Fahrzeug kostenlos zur Entsorgung abzugeben“, sagte die Sprecherin. Rücknahmestellen seien meist Autohäuser oder mit dem Hersteller vertraglich gebundene Demontagebetriebe.

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