Nutzen und Wert im Blick
Autohersteller zweifeln am Sinn der High-Tech-Ausstattung

Angesichts von Kundenbeschwerden und Störungen zweifeln auch in der Automobilindustrie einige Experten, ob die Ausrüstung der Fahrzeuge mit immer mehr teurer, hochtechnisierter Zusatzausstattung Sinn macht.

HB FRANKFURT. Hatten einige Hersteller ihre neuen Modelle mit mehr oder weniger nützlichen, vor allem elektronischen Neuheiten vollgestopft, wird in der Branche inzwischen sogar laut über deren Sinn diskutiert. „Wir werden mehr und mehr über das Interesse der Kunden nachdenken müssen“, sagte der Europa-Chef der weltgrößten Autoherstellers General Motors, Carl-Peter Forster, auf einer Branchenveranstaltung in Barcelona. „Der Kunde entscheidet letztendlich darüber, ob eine Innovation einen Nutzen und einen entsprechenden Wert hat.“

Bei GM, dem Mutterkonzern des Rüsselheimer Autoherstellers Opel, stehen derzeit technische Hilfssysteme für den Fahrer wie eine automatische Müdigkeitskontrolle oder ein Spurwechsel-Warner auf dem Prüfstand, die in den konzerneigenen Forschungslabors entwickelt wurden. „Die Frage ist nicht, wann wir die 20 Neuerungen einführen“, erläuterte Forster. „Sondern, ob wir sie überhaupt auf den Markt bringen und wie wir sie verkaufen wollen.“

Auch der größte Automobilzulieferer Bosch hegt zunehmend Bedenken gegen die zunehmende Technisierung der Autos. „Wir müssen uns alle fragen, wo der Kundennutzen ist“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach auf der gleichen Veranstaltung. Wenn dieser nicht erkennbar sei, sollte die Industrie auf technische Spielzeuge in den Fahrzeugen verzichten, um die Komplexität nicht unnötig zu erhöhen, mahnte er.

Vor allem die Elektronik macht Herstellern und Zulieferern inzwischen zu schaffen. Branchenkenner schätzen, dass rund 70 % aller Fehlfunktionen in den Autos auf Probleme mit der Elektronik zurückgehen. Zudem verschlingt sie immer mehr Geld, was die Autos teurer macht, wie GM-Manager Forster vorrechnet. Der Anteil der Elektronik an den Produktionskosten eines Autos werde bis 2010 auf rund 35 % von derzeit 22 % steigen, prognostziert er.

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