Ölpreis-Rallye ohne Ende
Benzinpreise steigen zügig weiter

Die Rekordpreise an den internationalen Rohölmärkten ziehen auch die Benzinpreise in Deutschland nach oben. Nach einer Preiserhöhung um zwei Cent mussten die Autofahrer in Deutschland am Freitag für einen Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt etwa 1,45 Euro bezahlen, sagten Sprecherinnen der Mineralölunternehmen in Hamburg und Bochum.

HB HAMBURG. Das sind nur noch drei Cent weniger als der absolute Höchststand im vergangenen November. Diesel verteuerte sich um drei Cent auf 1,35 Euro je Liter, das sind zwei Cent unter dem Höchstniveau.

Heizöl ist mit mehr als 78 Euro für 100 Liter bereits so teuer wie noch nie. "Wir hören aus dem Markt, dass immer mehr Haushalte Probleme haben, ihre Heizöl- Lieferungen zu bezahlen“, sagte Heino Elfert, Herausgeber des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID.

Der Ölpreis hat derweil am Freitag fast die Marke von 106 Dollar pro Barrel (159 Liter) erreicht und mit 105,97 Dollar einen neuen Rekordstand markiert. Marktkenner gehen davon aus, dass immer mehr Großanleger Vermögen in Sachwerten wie Öl anlegen, um dem Wertverfall beim Dollar zu entgehen.

Zur Wochenmitte hatte es einen Preissprung von rund fünf Dollar gegeben, nachdem die Opec entschieden hatte, kein zusätzliches Öl zu fördern. Außerdem hatte die US-Regierung einen überraschenden Rückgang der Ölreserven gemeldet.

Diesel in Rotterdam über 1 000 Dollar je Tonne

Der Dieselpreis hatte am europäischen Ölmarkt in Rotterdam am Donnerstag erstmals die Marke von 1 000 Dollar je Tonne überschritten. Damit könnte sich Dieselkraftstoff an den Tankstellen in Deutschland weiter verteuern und der Abstand zum Preis für Normal- und Superbenzin schrumpfen, sagte eine Sprecherin von Aral am Donnerstag in Bochum.

Eine Partie von 3 000 Litern, entsprechend dem Jahresbedarf eines Einfamilien-Hauses, kostet mittlerweile rund 2 350 Euro. Solche Mengen werden kaum noch geordert, um die hohen Zahlungen zu strecken. Beim Kauf kleinerer Mengen ist der Preis je Liter jedoch noch höher. Unter Händlern machen bereits Geschichten von Heizöl-Kunden die Runde, die auf Lieferungen verzichten und mit dicken Jacken in kalten Zimmern sitzen.

„Die hohen Heizöl-Preise werden sich über kurz oder lang auch bei den Gaskunden auswirken“, sagte Elfert. Die Preise für Heizenergie sind in Deutschland aneinander gekoppelt, so dass die Gaspreise mit einiger Verzögerung ebenfalls steigen. Dann könnten auch auf dem Gasmarkt Zahlungsprobleme auftreten.

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