Offroader bleiben Trend
Die neuen Kompakten kommen

Geht es nach Trendforschern, Marktanalysten und Automobilherstellern, dann werden den Fahrzeugen der „Golfklasse“ künftig sozusagen die Trekkingstiefel angezogen.

dpa/gms PARIS. Experten wie Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg erwarten, dass es in diesem Teil des Automarktes eine weitere Abkehr von klassischen Karosserieformen geben wird. Nachdem zuletzt vor allem Vans gefragt waren, „sind jetzt die Geländewagen in der Konfektionsgröße S an der Reihe“, meint Margetts. Und so stehen auf dem Pariser Automobilsalon (30. September bis 15. Oktober) zahlreiche Allradler im Rampenlicht, die sich gezielt an Kunden mit weniger dickem Geldbeutel wenden.

Zu den wichtigsten Premieren zählt dabei der Opel Antara, der in diesem Herbst an die Erfolge des Frontera anknüpfen soll. Allerdings ist aus der ursprünglichen Studie Antara GTC nun ein verhältnismäßig konventioneller Geländewagen geworden. Den gibt es grundsätzlich mit Allradantrieb und fünf Sitzen zu Preisen ab 26 850 Euro.

Während Opel den Antara in den kommenden Wochen auf den Markt bringt, braucht Konkurrent Ford noch etwas länger. Immerhin gibt es in Paris mit der Studie „iosis X“ einen ersten Ausblick auf einen kleinen Geländewagen zu sehen, der nach Angaben von Europa-Chef John Fleming in rund 18 Monaten auf den Markt kommen soll.

Die sportliche Ford-Studie mit der großen Bodenfreiheit und der coupéartigen Silhouette verrät aber noch nicht viel vom künftigen Serienmodell. „Einen konkreten Hinweis, wie ein künftiges Crossover- Fahrzeug von Ford aussehen könnte, liefert das Concept-Car ebenso wenig wie der vor Jahresfrist enthüllte Iosis als Vorbild für ein Serienmodell gedient hat“, sagt ein Ford-Sprecher.

Wenn der „iosis X“ auf den Markt kommt, trifft er dort auf eine Reihe weiterer Wettbewerber, die schon jetzt in Paris ihren Einstand gegeben haben. Zwar hat VW den Tiguan auf Golf-Basis noch nicht gezeigt. Doch steht dafür bei Honda die zweite Generation des CR-V. Aus Korea kommt der neue Ssangyong Actyon, und auch die Chinesen nehmen mit dem Hover CUV von Great Wall Motors einen neuen Anlauf. Renault hat auf der Messe Pläne für die Einführung eines kompakten Geländewagens in der ersten Hälfte 2008 bekräftigt und als Vorboten des Serienmodells die Studie des 4,52 Meter langen Koleos enthüllt.

Weil auch in der Oberliga der kompakten Allradler Neuheiten ausstehen und Mercedes bereits einen „kleinen Bruder“ für die M- Klasse und Audi einen kompakten Ableger des Q7 angekündigt haben, hat BMW schon mal den X3 aufgefrischt. Allerdings gibt es für ihn nur ein so genanntes Facelift mit aktualisiertem Design und neuen Motoren.

Doch man muss gar keinen echten Geländewagen bestellen, um sich mit einem Abenteuer-Outfit von der gewöhnlichen Kompaktklasse abzuheben. Ein Beispiel dafür ist der in Paris enthüllte Volkswagen Crossgolf, der nach VW-Angaben auf dem Golf Plus basiert und nur mit größerer Bodenfreiheit und robusteren Anbauteilen für kleine Abenteuertouren gewappnet ist.

Wer beim Crossgolf den Allradantrieb vermisst, dem empfiehlt sich aus dem gleichen Konzern der Skoda Octavia Scout. Er übernimmt nach Angaben eines Skoda-Sprechers das Rezept eines Audi Allroad Quattro und kombiniert das etwas robuster gestaltete Design tatsächlich mit einem Allradantrieb.

Die Wahl zwischen Front- oder Allradantrieb bietet auch der Nissan Qashqai, der in Paris seine Weltpremiere gefeiert hat. Er löst nach den Almera ab und soll den Kunden nach Angaben von Nissan-Chef Carlos Ghosn eine Alternative zum gewöhnlichen Schrägheck-Modell bieten. Daher sei das Design etwas bulliger und die Sitzposition etwas höher.

Für Marktbeobachter Margetts machen diese Neuheiten deutlich, dass sich die Käufer solcher Fahrzeuge endgültig von den klassischen Werten des Geländewagens verabschieden müssten. „Hier geht es nicht mehr um Reduktionsgetriebe und Rampenwinkel, sondern um schicke Steilhecks auf Stelzen.“ So wie die Jugend im Sportgeschäft nach Schuhen sucht, die niemals eine anstrengende sportliche Betätigung erleben werden, stöberten auch immer mehr Autokäufer zwischen neuen Fahrzeugkreationen, die sich „als handfeste Alleskönner kleiden, aber keine Ambitionen abseits des Asphalts besitzen.“

Ein Blick zurück macht für Margetts deutlich, dass zu lange versucht worden sei, die Fahrzeuggattung SUV totzureden. Weil die Geländewagen als umweltschädlich und unvernünftig galten, hätten viele Hersteller die Zeichen der Zeit ignoriert und sich an bewährte Fahrzeugformen geklammert. „Nun werden alle wach“, beobachtet der Experte. „Bevor die Kunden zu immer kleineren Geländewagen der Konkurrenz abwandern, müssen deshalb solche Autos auch die eigenen Angebotsreihen füllen - und zwar so schnell wie möglich.“

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