Oldtimer als Anlage-Alternative: Fahrspaß mit Rendite

Oldtimer als Anlage-Alternative
Fahrspaß mit Rendite

Immer mehr Oldtimer tummeln sich auf den Straßen, das verlangsamt die Wertsteigerung des „Garagengoldes“. Doch langfristig schlagen Classic Cars viele andere Geldanlagen. Neue Kaufgelegenheiten locken jetzt nach Essen.

Düsseldorf/EssenDer Handel mit Oldtimern brummt. Ein Beleg findet sich derzeit in Essen: Bei der weltweit größten Oldtimermesse, der 25. Techno Classica (noch bis 14. April) ist die Nachfrage so groß wie nie zuvor, sagt Veranstalter Anton Leon Franssen. Zum kleinen Jubiläum präsentiert die Messe, die mittlerweile selbst ein Youngtimer ist, große Zahlen: Erwartet werden 180.000 Besucher an Ständen von 1.100 Aussteller und 220 gemeldeten Clubs auf 120.000 Quadratmetern Fläche in 20 Messehallen und dem angrenzenden Freigelände, darunter auch Restaurierer, Ersatzteil-Anbieter, Oldtimer-Renn- und Rallyeveranstalter, Literaturhändler, Modellauto-Spezialisten, Kunst-Galeristen und Auto-Mode-Boutiquen ihre Angebote.

Und in Essen wird nicht nur geguckt, sondern auch gekauft: 2.500 „alte Schätzchen“ gibt es, zwischen wenigen tausend und mehreren Millionen Euro. Sie sind, genau wie Immobilien, zu einer Geldanlage-Alternative geworden. Motto: Kaufen, in die Garage stellen, und zusehen, wie die das Blech von Tag zu Tag im Wert steigt. Wenns nur so einfach wäre. Bei dem schönen Hobby vergessen viele allzu schnell die laufenden Kosten für Restauration, Garage, Pflege und Versicherung. Und auch beim Einkauf sind einige Regeln zu beachten.

Mit etwa sechs Milliarden Euro beziffert Horst Brüning, Chef des Oldtimer-Weltverbandes FIVA (Fédération international des Vehicules anciens) den Umsatz der Oldtimer-Branche in Deutschland. Mehr als 385.000 dieser mindestens 30 Jahre alten Autos fahren aktuell in Deutschland, und die Zulassungszahlen ziehen seit Jahren deutlich an. Rund 30.000 Menschen arbeiten in der Branche, der die Reparaturaufträge nie ausgehen. Tendenz steigend.

Doch die seit Jahren wachsende Beliebtheit hat eine Kehrseite: 2012 ließ die Wertentwicklung zu wünschen übrig. Dies sei auch eine Folge der zunehmenden Zahl an Oldtimern auf deutschen Straßen, stellt anlässlich der Messe die Südwestbank fest, die die Wertentwicklung in einem eigenen Oldtimerindex misst, dem OTX.

Demnach legten Autoklassiker im vergangenen Jahr nur noch um 2,2 Prozent zu, 2011 waren es noch 19,2 Prozent. Manfred Mühlheim, Asset Manager bei der Südwestbank spricht angesichts der verhaltenen Entwicklung von einer Konsolidierung auf hohem Niveau, da der Bestand an Oldtimern deutlich zugenommen habe. „Vor dem Hintergrund des Anlagenotstandes erweisen sich Oldtimer aber langfristig nach wie vor als werthaltige Anlagealternative“, sagt der Experte.

Der OTX, der die Wertentwicklung von 20 Modellen süddeutscher Hersteller seit 2005 abbildet, stieg seit 2005 um 107,1 Prozent, der Dax um 78,9 Prozent, der Euro Stoxx 50 Performance-Index wuchs 14,7 Prozent, der Rex-P für deutsche Staatsanleihen stieg in diesem Zeitraum um 45,7 Prozent.

Auch der Deutsche Oldtimer-Index des VDA zeigt eine verlangsamte Wertentwicklung 2012. Der seit 1999 auf Basis von 88 Fahrzeugen durch die Bochumer Classic Car Tax berechnete DOX legte im vergangenen Jahr um moderate 4,2 Prozent zu. Auffallend sei, so teilt der Verband mit, dass "vor allem Fahrzeuge aus früher Großserienfertigung", wie der VW Käfer, der Chevrolet Camaro und sogar der Renault 16, zuletzt "deutliche Wertsteigerungen erfahren haben."

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