Oldtimer-Auktionen
In Pebble Beach werden wieder Millionen für Alteisen gezahlt

Zu den Highlights jedes Oldtimer-Auktionsjahres zählen die Versteigerungen rund um das kalifornische Pebble Beach. Rekordpreise über 30 Millionen Euro sind aber diesmal eher unwahrscheinlich.
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Berlin/DüsseldorfAb Mittwoch fällt rund um den Golfplatz von Pebble Beach im sunshine state wieder der Holzhammer: Sechs Auktionshäuser versteigern auf zehn Events mehr als 1.000 Autos. Und vom 2007er Mercedes SLK 350 über den 1977er Pontiac Grand Prix, einen klassischen Straßenkreuzer bis zum Porsche 917 Kurzheck, für den zwischen 13 und 16 Millionen Dollar erwartet werden, ist für fast jeden Geldbeutel was dabei. Eins scheint aber auch sicher: Neue Rekordpreise über 30 Millionen Euro sind unwahrscheinlich, auch wenn die Propaganda-Maschinerie der Auktionshäuser das Gegenteil suggeriert.

Der Markt für „Garagengold“ hat sich längst zum Käufermarkt gewandelt. Anders als 2013/14 wird längst nicht mehr jeder Wagen, den die großen Auktionshäuser wie Bonhams, Gooding oder RM Auctions ins Rampenlicht schieben, für einen Rekordpreis verkauft.

Einige Angebote sind sogar in den vergangenen Monaten gescheitert, weil die Verkäufer wegen der hohen Preise aus den vergangenen Jahren zu hohe Erwartungen hatten. Auch scheint der Markt für Supersportwagen aus den Sechziger Jahren, für die deutlich zweistellige Millionenbeträge aufgerufen werden, derzeit gesättigt. Das Angebot ist reichhaltig, die Nachfrage bescheiden. Im Grunde eine gute Gelegenheit für den Einstieg.

Man darf deshalb gespannt sein, wie der von Gooding angebotene 1966iger Ferrari 275 GTB/C abschneidet, für den die Auktionatoren eine Bandbreite von 12-16 Millionen Dollar nennen. Der „Reserve“ genannte Mindestpreis, der erreicht werden muss, ist wie immer geheim, dürfte sich aber ebenfalls im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Möglich, dass der Eigentümer den Wagen wieder mit nach Hause nimmt und ihn erst in einer geheimen Nachverhandlung los wird. Nach Auktionsende ergibt sich mitunter noch ein schwunghafter Handel auch weil das Auktionshaus sich in der Regel auch noch ein paar Monate das Recht sichert, den Wagen gegen die fällige Provision anderweitig zu vermarkten.

Die Preise für exklusive Fahrzeuge stabilisieren sich dabei auf einem „Hochplateau“, wie ein Händler gegenüber der Historic Automobile Group International (HAGI) formulierte. Der HAGI-TOP-Index, mit dem 50 historische Automobile mit einem Durchschnittswert von rund einer halben Million Euro gemessen werden, bewegt sich nach exponentiellem Wachstum in 2013 und 14 in diesem Jahr seitwärts.

Seit Jahresanfang hat er rund 3,5 Prozent verloren, im letzten Monat dagegen wieder rund einen Prozent zugelegt. Klassische Porsche gaben um 2,64 und historische Ferrari um mehr als vier Prozent nach. Lediglich Mercedes konnte seit Jahresanfang um sechs Prozent zulegen.

Generell lässt sich der Trend beobachten, dass auch eingedenk der exorbitant gestiegenen Preise das Interesse etwa an den diversen Modellen des Ferrari 250 oder 275 spürbar nachlässt. Das Drang zu Supersportwagen á la Porsche Carrera GT oder Jaguar XJ 220 aus den vergangenen 30 Jahren ist dagegen ungebrochen.

Die Wagen notieren deutlich unter einer Million Euro, bieten zeitgemäßen Fahrspaß und sind somit für eine breitere Klientel interessant. Allerdings sind hier erhebliche Preisschwankungen zu beobachten.

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