Oldtimer-Ausfahrt im BMW 507 Ein deutscher Klassiker

Er ist extrem selten, weckt Emotionen und lockt mit Exklusivität. Der „Traum von der Isar“ ist ein Roadster, wie er eleganter und sportlicher nicht sein könnte. Wer einmal im BMW 507 sitzt, möchte nie wieder aussteigen.
  • Ralf Bernert
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  • Spotpress
Die schönste Doppelniere aller Zeiten?
Designer Albrecht Graf Goertz schuf den BMW 507
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Der Designer Albrecht Graf Goertz hat Mitte der 50er Jahre die ersten Linien des 507 gezeichnet und vermutlich nicht gewusst, dass das Ergebnis seines Schaffens eine Art Hymne des Autodesigns werden sollte. Mehr als sechzig Jahre später steht man vor diesem Wagen und staunt andächtig ...

Auch heute noch empfindet man die Linienführung des BMW 507 als modern
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Man geht um den kompakten Roadster herum und muss zwangsläufig bewundern, dass er einfach aus jeder Perspektive gut aussieht

So sah das in den 1950er Jahren aus
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Vier Gänge mussten reichen, ebenso ein einzelner Lautsprecher fürs Radio. Lenkrad und Aschenbecher fielen dafür etwas größer aus.

Der 507 war ein Auto der Oberen Zehntausend
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Heute ist er ein begehrtes Sammlerstück, für das auch mal zwei Millionen Euro gezahlt werden. Kein Wunder, denn von 254 gebauten Exemplaren sind wohl nur noch 220 unterwegs.

Blick unter die Motorhaube
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Trotz seiner nur 150 PS wirkt der V8-Motor durchaus spritzig

Wirkt aus heutiger Sicht ungewöhnlich
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Bordwerkzeug gehörte früher zum Standard

BMW 507
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Die Liste berühmter Besitzer ist eindrucksvoll: Alain Delon, der Rennfahrer John Surtees, Ursula Andress, Toni Sailer und auch Sophia Loren waren mit dem feinen BMW unterwegs.

Der Designer Albrecht Graf Goertz hat Mitte der 50er Jahre die ersten Linien des 507 gezeichnet und vermutlich nicht gewusst, dass das Ergebnis seines Schaffens eine Art Hymne des Autodesigns werden sollte. Mehr als sechzig Jahre später steht man vor diesem Wagen und verliert für einen Augenblick jedes Interesse am Wetter. Es regnet, es ist kühl aber die Frage, ob man nun das Verdeck öffnen oder schließen soll, ist so nebensächlich wie das Wetter in drei Tagen. Die Verschlüsse werden geöffnet, das Dach wandert nach hinten und legt sich dort zur Ruhe. Es erscheint ein Salon in Rot, dazu ein roter Teppich, man hat uns erwartet.

Vorher lädt der Roadster aus München zum Rundgang ein. Die lange Front, die breite Doppelniere, die Nase deutlich in Richtung Asphalt gestreckt, die Seitenlinie geschwungen wie eine Violine, dazu die Details. Die Türgriffe, ein kurzer Druck mit dem Finger genügt, die verchromte Zunge fährt hinaus und gibt den Weg ins Innere frei. Die Schnellverschlüsse an den Rädern, direkt neben den Türen die Kiemen mit dem BMW-Emblem. Man kann den Wagen x-mal umrunden, er sieht aus jeder Perspektive sehr, sehr gut aus.

So sah Luxus in den 1950er Jahren aus Quelle: BMW
So sah das in den 1950er Jahren aus

Vier Gänge mussten reichen, ebenso ein einzelner Lautsprecher fürs Radio. Lenkrad und Aschenbecher fielen dafür etwas größer aus.

Mitte der Fünfziger Jahre, BMW will im Konzert der Oberen Zehntausend mitspielen. Der Designer Albrecht Graf Goertz lässt den Zeichenstift laufen, ein paar Kurven auf dem Papier genügen, die Silhouette begeistert den Vorstand in München, vorher hatte der US-Importeur Max Hoffmann den Bayern die Idee eines sportlichen Roadsters verkauft.

Die Technik des 507 stammt aus der barocken Limousine 501. Ein Kastenrahmen, vorn Einzelradaufhängung, hinten Starrachse, der V8 wird von 140 auf 150 PS gesteigert. Man rechnet mit reichlich Andrang in den Autohäusern, präsentiert den Wagen auf der IAA, die Besucher sind begeistert. Nur kaufen wollen ihn nicht so viele wie erwartet. 26.500,00 DM sind als Preis doch recht hoch. Der 507 konkurriert mit Einfamilienhäusern.

Nach vier Jahren wird die Produktion eingestellt. 254 Fahrzeuge wurden gebaut, heute sind laut BMW noch 220 Roadster unterwegs. Ein Exemplar wird derzeit wieder hergerichtet, Der Rock´n-Roller Elvis Presley bewegte ihn während seiner Militär-Zeit in Deutschland. Die Liste berühmter Besitzer ist eindrucksvoll: Alain Delon, der Rennfahrer John Surtees, Ursula Andress, Toni Sailer und auch Sophia Loren waren mit dem feinen BMW unterwegs.

Sechzig Jahre später lockt der rote Teppich noch immer. Die beiden Sitze, das elfenbeinfarbige Volant, der recht lange Schaltstab und die großen Rundinstrumente zeugen von bester Handarbeit, man sitzt bequem und hat reichlich Platz. Die Themen Sport und Querdynamik werden lässig ignoriert, auch wenn einige 507 für den Einsatz im Motorsport leicht modifiziert wurde. Wer hier sitzt, will genießen, cruisen und gesehen werden.

Der Dreiliter-V8 erwacht zum Leben, der lange Schalthebel wandert nach vorn, der Handbremsstab ist links neben dem Lenkrad dezent versteckt, der Kupplungsfuß hebt sich langsam, gleichzeitig senkt sich der rechte Fuß und der Blick über die lange Fronthaube lässt von nun an den leichten, aber spürbaren Nieselregen vollkommen vergessen.

Es beginnt, ein langer und einnehmender Moment der echten Fahrfreude. Auch, weil man in einem Fahrzeug unterwegs ist, dessen derzeitiger Marktwert für Normalautofahrer kaum realisierbar ist. Wir reden gerade über mehr als zwei Millionen Euro.

Diese Autos haben Wertsteigerungs-Potenzial
Massenware mit dem Potenzial zum Garagengold
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Während die Preise der großen Traumwagen wie Porsche 911 längst abgehoben sind, gibt es bei den Alltagsautos „von früher“ diverse Modelle, die noch gar nicht so lange vom Gebrauchtwagen zum Liebhaberstück avanciert sind – und deren Wert nun steigt.

In einer umfassenden Auswertung haben die Internetbörse mobile.de und das Nachrichtenmagazin focus.de Wertzuwächse zusammengestellt. Wir haben fünf Beispiele von Oldtimern unter 10.000 Euro rausgepickt, die bereits ordentlich an Wert zulegt, aber noch Potenzial nach oben haben ...

Audi 80 B2
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Dass die von 1978 bis 1986 produzierte Baureihe mal Kult werden sollte, hätte sich wohl kaum jemand träumen lassen. Lag der Preis 2010 noch bei rund 2.300 Euro, werden nun schon im Schnitt 4.100 Euro aufgerufen. Allein im vergangenen Jahr ist sein Wert um etwa 40 Prozent gestiegen, Experten sehen tatsächlich noch Potenzial. Sein Vorgänger B1 liegt immerhin schon bei 5.800 Euro Durchschnittpreis.

BMW 3er Cabrio (E30):
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Wer 2010 ein Cabrio der zweiten 3er-Reihe von BMW gekauft hat, kann sich nun glücklich schätzen: In sechs Jahren haben die von 1985 bis 1993 gebauten, offenen Fahrzeuge der Baureihe E30 ihren Wert verdoppelt. Heute kosten sie im Schnitt knapp 10.000 Euro, Tendenz steigend ...

BMW 3er Cabrio von 1987
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In diesem Jahr feiert die Marke BMW ihren 100. Geburtstag, das pusht das Interesse an den Klassikern aus München zusätzlich. Wie bei vielen sportlichen Young- und Oldtimern aus den späten 80er gilt allerdings: Bei der Suche nach einem guten Exemplar ist Geduld gefragt. Die meisten E30 sind verbastelt und verheizt worden.

Mercedes W123 Kombi:
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Während die Preise für die Limousine des Strich-Acht-Nachfolgers eher stagnieren, ziehen die des deutlich selteneren Kombi an: Innerhalb eines Jahres ist der Durchschnittpreis des T-Modells um fast 20 Prozent gestiegen und liegt jetzt bei knapp 8.000 Euro. Bei dem Vorläufer der E-Klasse sehen die Experten eine Tendenz nach oben.

Mazda MX-5 1. Generation:
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Mit dem Klappscheinwerfer-Modell läutete Mazda 1989 die Renaissance der Roadster ein. In den vergangenen Jahren lagen die Durchschnittspreise ohnehin recht stabil zwischen 3.500 und knapp 4.000 Euro, nun sehen die Experten eine steigende Tendenz. Im vergangenen Jahr zogen die Preise an, liegen derzeit bei rund 4.300 Euro.

Mazda Miata:
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Was beim 3er-BMW-Cabrio gilt, trifft auch auf den MX-5 zu: Gut erhaltene Exemplare sind selten, unverbastelte schon fast eine Rarität. Wer Roadster-Feeling pur genießen möchte, sollte vor allem auf Fahrwerk und Frischluft vertrauen. Die Motorleistung der frühen Jahrgänge ist mit 90 und 110 PS eher bescheiden. Und vor dem Kauf unbedingt auf die üblichen verdächtigen Roststellen achten. Außerdem ist meist der Fahrersitz „durch“.

Er flaniert mit hohem Tempo
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