Oldtimer-Index: Klassiker steigen weiter im Wert, aber langsamer

Oldtimer-Index
Klassiker steigen weiter im Wert, aber langsamer

Oldtimer sind zunehmend gefragt. Entsprechend steigt der Wert historischer Fahrzeuge. Vor allem eine deutsche Sportwagen-Ikone hat im vergangenen Jahr zugelegt. Doch Alltags-Massenware holt kräftig auf.
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Klassische Automobile sind im vergangenen Jahr erneut im Wert gestiegen, allerdings mit etwas geringerer Geschwindigkeit. Der vom Verband der Automobilindustrie (VDA) ermittelte „Deutsche Oldtimer Index“ legte um 4,5 Prozent auf nun 2.285 Punkte zu. Im Jahr 1999 lag der Wert noch bei 1.000 Punkten. Noch 2013 hatte der Index ein Plus von mehr als acht Prozent erreicht.Damit bestätigt sich ein Muster der vergangenen Jahre: Nach Phasen stärkeren Wertzuwachs folgen in der Regel Phasen mit einem geringeren Anstieg.

Den höchsten Zuwachs erzielte 2014 der Mercedes 300 SL Flügeltürer aus den 50er-Jahren, der mittlerweile locker siebenstellige Marktwerte erreicht. Im Vorjahr hatte die Sportwagen-Ikone noch auf dem zweiten Platz gelegen. Auf Rang zwei folgt das Chevrolet Camaro Coupé der späten 70er-Jahre. Der Camaro der Baujahre 1978 bis 1981 war bereits 2012 Zweitbester im Wertzuwachs gewesen.

Den dritten Rang belegt das Mercedes-Benz 500 SEC Coupé (W 126), das von 1985 bis 1991 gebaut wurde. Dahinter folgt der Volvo PV 544 (Baujahre 1961-1965).

Zwei Opel-Modelle belegen die Plätze fünf und sechs: Der Opel Commodore, eine Limousine der oberen Mittelklasse (1969-1971) mit Reihensechszylinder, und dahinter der etwas schwächer motorisierte Opel Rekord C 1700 (1968-1971). Der Opel Ascona B (1975-1981) schafft es auf Platz zehn. Damit sind historische Opel-Modelle 2014 in den Top Ten am stärksten vertreten. 

Im Oldtimer-Markt lassen sich verstärkt zwei voneinander zunehmend unabhängige Segmente beobachten. Einerseits wurden auf öffentlichen Auktionen für selten gebaute Fahrzeuge, Einzelstücke oder Rennwagen, nicht selten mit berühmten Vorbesitzern, im vergangenen Jahr Rekordpreise erzielt.

Dieser Bereich ist für den gesamten Oldtimermarkt jedoch wenig repräsentativ, denn hier wird häufig unter dem Gesichtspunkt der Geldanlage in Sachwerten gekauft.

Auf der anderen Seite stehen die echten Oldtimer-Enthusiasten, die sich unabhängig vom Seltenheitswert oder Wertsteigerungspotenzial für ihre Fahrzeuge begeistern. Sie geben im Durchschnitt für ein historisches Fahrzeug deutlich weniger als 20.000 Euro aus. Der Wertzuwachs dieser Fahrzeuge kompensiert in der Regel nicht die stetig anfallenden Wartungs- und Unterhaltskosten.

Solche Fahrzeuge bilden auch den Kern des Deutschen Oldtimer Index: Hier werden keine Einzelstücke aufgenommen, sondern nur Fahrzeuge, von denen eine gewisse Stückzahl gebaut und auch heute noch gehandelt wird. Die Basis des Index bilden Daten des Bochumer Bewertungsspezialisten classic-analytics.

Für die Ermittlung des Index werden 88 Fahrzeuge ausgewählt, die aufgrund ihrer Spezifikationen, ihres Herstellerlandes sowie ihrer Häufigkeit den deutschen Oldtimer-Markt repräsentativ abbilden. Die aktuellen Zulassungszahlen werden bei der Berechnung berücksichtigt.

Der Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer) legt nicht nur im Vorjahresvergleich am stärksten zu: Der Wagen führt auch die Rangliste der Fahrzeuge mit dem stärksten Wertzuwachs seit Beginn der Index-Berechnung 1999 an. Platz zwei teilen sich automobile Legenden aus dem Volumensegment: die „Ente“ (Citroen 2CV 6) und der VW „Bulli“ (VW Bus Typ 2 T2).

Beide Fahrzeuge haben ihre hohen Wertzuwächse in den vergangenen 15 Jahren auch einem relativ geringen Ausgangsniveau zu verdanken. Es folgen auf den weiteren Plätzen ebenfalls Modelle aus dem Segment der Alltagsfahrzeuge der 1970er Jahre: der Ford Escort 1100 S (1968-1970) und dahinter der Renault R4 (1972-1974). 

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