Oldtimer-Messe Techno Classica: Essen - Welthauptstadt des Alteisens

Oldtimer-Messe Techno Classica
Essen - Welthauptstadt des Alteisens

Nach überstandener Krise nutzt vor allem die deutsche Autoindustrie die Techno Classica intensiv, um ihre historischen Sympathieträger aufwändig zu inszenieren.
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Essen/DüsseldorfDie Techno Classica kann sich 2011 rühmen, neben der IAA im September, die zweitgrößte Autoausstellung des Jahres in Deutschland zu sein. Der Veranstalter S.I.H.A. rechner bis Sonntag, 3. April, mit rund 180.000 Besuchern aus 30 Nationen auf dem Messegelände in Essen, obwohl oder weil dort nur alte Autos zu sehen sind – Klassiker eben.

Bis zum letzten Quadratmeter sind die 20 Messehallen bei der 23. Techno Classica gebucht. 1.200 Aussteller aus 30 Nationen hatten schon gestern zum Vorabtermin für Presse und Fachbesucher geladen.

Rund 2.500 Oldtimer, Youngtimer und Prestige-Klassiker stehen bei rund 100 professionellen Anbietern zum Verkauf. 220 Oldtimer- und Markenclubs präsentieren sich, ebenso Teilehändler und Fachwerkstätten für die Restaurierung. Aber auch die Klassik-Abteilungen großer Hersteller wie Mercedes, Volkswagen, BMW (und Mini) sowie Volvo präsentieren ihre Geschichte auf teilweise riesigen Standflächen. So gewinnt man auf der Techno Classica schnell den Eindruck, dass viele der aktuellen Marken sich heute mehr als früher ihrer Tradition bewusst sein und mit ihren Oldtimern die Marke aufladen wollen.

Im Jahr des 125sten Geburtstags des Automobils stellt nicht nur Mercedes-Benz die Meilensteine seiner Entwicklung in einer aufwändigen Sonderschau dar. Auch andere haben sich sehr bemüht, zur Ausstellung ihrer Oldies ein geeignetes Jubiläum zu finden. Das ist fast allen gelungen: Alfa Romeo, Audi, Bentley, Bugatti, Citroen, Fiat, Opel, Rolls Royce, Peugeot, Porsche und Skoda sind mit Markenauftritten dabei.

Einer der Höhepunkte der Ausstellung wird die Coys-Auktion am Sonnabend, 2. April 2011, um 13.00 Uhr in der Halle 2 sein. Der Auktionator Douglas Jamieson wird dann 63 klassische Automobile an den Käufer bringen wollen, darunter ein roter Mercedes-Flügeltürer 300 SL, der einmal dem Renn-As John Surtees gehört hat. Dessen Schätzpreis liegt bei 400.000 Euro. Aber auch äußérst seltene historische Rennwagen (wie ein Gruppe 4 De Tomaso Pantera und ein Techno Formel 2 Ex Patrick Depailler) oder einfache Alltagsklassiker sowie Zweiräder stehen hier zwischen wenigen Tausend und mehreren Hundertausend Euro zum Gebot.

Weitere Top-Angebote sind ein 4,5 Liter Bentley Tourer von 1930, ein Ferrari F50 zum Schätzpreis von 450.000 Euro, ein Talbot-Lago T 26 R Drophead Coupe von 1949 für geschätzte 140.000 Euro, ein Jaguar SS 100 2,5 Liter für bis zu 250.000 Euro und ein Rolls-Royce 20/25 Three Position Drophead mit Mulliner-Karosserie für 110.000 Euro.

Wem das zu teuer erscheint, der begibt sich an den Messetagen auch gerne aufs Freigelände, dort lockt ein Schnäppchenmarkt preisbewusste Oldtimer-Freunde mit entspannter Flohmarktatmosphäre - und rund 250 Sammlerautomobilen und Restaurationsobjekten.

Im Durchschnitt konnten Oldtimer-Besitzer in den vergangenen beiden Jahren mit durchschnittlichen Wertsteigerungen von je 2,5 Prozent rechnen, hat anlässlich der Messe der Herstellerverband VDA in seinem halbjährlichen Oldtimer-Index berechnet. Besonders gefragte hochpreisige und rare Modelle wie etwa der BMW 507 aus den Jahren 1956 bis 1959 oder der Mercedes-Benz 300 SL Roadster kommen aber auf weit höhere Wertsteigerungen. Das gilt aber auch für die "Ente", die schon seit Jahren als begehrter Einsteieger-Oldie das Ranking anführt. Ob das teure „Garagengold“ aber tatsächlich eine gute Geldanlage ist, ist zumindest in einigen Fällen fraglich. So warteten etwa die Besitzer der Modelle Opel GT, BMW Z1 oder Fiat 124 Spider in der Vergangenheit mitunter jahrelang vergeblich auf Wertsteigerungen.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

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