Oldtimer-Salon Retromobile Große Raritäten, große Verlierer

Seite 2 von 2:
“Darf es nicht noch ein bisschen mehr sein, Sir”

Wer sich jedoch nicht nach Paris begeben hat oder sich den rund 5-stündigen Livestream angeschaut hat, dem genügt heute ein Blick auf sein Mobiltelefon: Die kostenlose Smartphone-App "Hammerprice" etwa notiert live die aktuellen Auktionsergebnisse und veröffentlicht sie in Echtzeit. Anders als bei den Auktionshäusern wird eben auch das Höchstgebot ausgewiesen, das nicht zum Zuschlag geführt hat. Und man kann sich per mail benachrichtigen lassen, wenn irgendwo auf der Welt ein bestimmtes Auto auf den Markt kommt.

Auf diese Youngtimer fahren die Deutschen ab
Die Begeisterung für Youngtimer steigt seit Jahren
1 von 13

Die Szene begleitet das Wachstum mit Ersatzteilbörsen, Rallyes sowie Clubs inklusive Stammtischen und Ausfahrten. Gerade bei jüngeren Fahrern sind viele Autos der Eltern-Generation mittlerweile Kult. Welche Youngtimer besonders beliebt sind, hat AutoScout24, der europaweit größte Online-Automarkt, ausgewertet. In der Top Ten der begehrtesten Youngtimer sind Geländewagen besonders häufig vertreten. Allerdings führt ein Sportcoupé das Ranking an ...

Losgetreten hat den Boom auch die Bürokratie – per Ausnahmeverordnung
2 von 13

Youngtimer schafften es zeitweise sogar in die deutsche Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und wurden – zumindest bis Februar 2007 – per Definition als Fahrzeuge zwischen 20 und 30 Jahren geführt. Der Wegfall der Ausnahmeverordnung hat der Faszination allerdings nicht geschadet.

„Youngtimer sind in der Anschaffung günstig und bei regelmäßiger Wartung und Pflege ein zuverlässiger Begleiter durch den Alltag“, sagt Sebastian Lorenz von AutoScout24. „Bei vielen Fahrzeugen aus den Baujahren 1986 bis 1996 muss nicht auf wesentliche Sicherheitsfeatures wie ABS oder Airbags verzichtet werden. Und dass sie weniger Elektronik aufweisen, erleichtert Reparaturen.“

Mazda MX5 ab 1989
3 von 13

Derzeit zählen in Deutschland mehr als 33.000 Fahrzeuge bei AutoScout24 zur Kategorie Youngtimer. In puncto Angebot und Nachfrage liegen BMW und Volkswagen an der Spitze. Die Preisspanne der Top Ten bewegt sich zwischen 2.400 und 16.000 Euro. Und an der oberen Preisgrenze parkt ein Mercedes: In Form der unverwüstlichen G-Klasse, die bereits seit 1979 vom Band läuft und ihre Grundform seither kaum verändert hat. Der günstigste Youngtimer hingegen kommt von Suzuki ...

BMW 5er E28 (1981- 87)
4 von 13

Auf den zehnten Platz schiebt sich der dritte BMW in diesem Ranking: Der BMW 5er (2.815 Euro) mit dem Code E28 (1981-1987, erstmals auch als M5) oder als E34 (1987-1995, auch als Kombi „Touring“ oder mit Allradantrieb). Der Allradantrieb und die Option, den M5 auch als Touring zu ordern, verschwanden mit dem E39 (1995-2003).

Nicht verschwunden ist bei den Suchenden der Wunsch nach einem seidenweich laufenden Sechszylinder: Vor allem das Modell 525 als Benziner scheint die Freude am Youngtimer-Fahren zu erhöhen.

Rang neun der beliebtesten Youngtimer Deutschlands erobert der Honda CRX
5 von 13

Das geringe Leergewicht des zweitürigen Japaners von nur 830 Kilo wurde unter anderem dadurch erreicht, dass die Außenhaut zu 38 Prozent aus Kunststoff bestand. Liebhaber kleiner Coupés haben hier die Auswahl zwischen der nur 3,75 Meter kurzen ersten Serie (1983-1987), der zweiten Serie (1987-1991) mit 3,80 Meter oder der nur als Targa erhältlichen dritten Generation mit vier Meter Länge (1992-1998).

Während die Motoren sich bei entsprechender Pflege durch Langlebigkeit auszeichnen, besteht die größte Herausforderung darin, ein möglichst unverbasteltes Exemplar des bei der Jugend beliebten Flitzers zu finden. Als Durchschnittspreis der entsprechenden Autoscout-Inserate nennt die Online-Autobörse 3.468 Euro.

Auf den achten Rang schafft es der Suzuki Vitara
6 von 13

Als rundlich-knuffiger Zweisitzer ist der Vitara X-90 sogar im Stufenheck-SUV-Targa-Format zu haben. Von 1988 bis 1998 war der erste Vitara als Dreitürer (Stahldach, Cabrio) erhältlich und ab 1990 als Fünftürer sowie 2,0-Liter-V6-Benziner mit 136 PS (ab 1995). Dieser Vorreiter der SUV-Welle kostet bei Autoscout durchschnittlich 2.417 Euro.

BMW 7er, Baureihe E38
7 von 13

Auf Platz sieben folgt der BMW 7er (3.920 Euro). Das größte Angebot liefert hier die Baureihe E32 (1986-1994), begehrter hingegen ist die Baureihe E38 (1994-2001) mit dem kleinen Sechszylinder als 730i.

So entsteht zusätzliche Transparenz auf dem Markt für historische Automobile. Man kann auch nach Ergebnissen für bestimmte Autos suchen, zwischen verschiedenen Währungen hin und herschalten, und die so genannten “Buyer-Premiums” aufrechnen lassen, dass sind die Zuschläge zwischen zehn und 15 Prozent, die das Auktionshaus vom Käufer kassiert. Bei Millionenwerten können das auch gerne noch ein paar hunderttausend Euros extra sein.

Gerade bei gängigen Wagen sind diese Informationen für Händler, Käufer, Verkäufer und auch bloße Interessenten interessant, weil sich die Preise für einzelne Modelle deutlich bewegen. Wurden die rund 500 gebauten Porsche 911 RS 2.7 aus 1973 in den Jahren 2014/15 schon mal für eine dreiviertel Million gehandelt, so erhielt ein entsprechendes Auto bei RMSothebys in Paris für 480.000 Euro Hammerpreis den Zuschlag, während bei Artcurial ein in etwa vergleichbares Auto trotz Gebot von 360.000 Euro nicht verkauft werden konnte.

Der Beobachter muss aber dabei immer beachten, dass vermeintlich gleiche Autos sich in unterschiedlichen Pflegezuständen befinden und auch verschiedene Historien ausweisen. Gerade bei den genannten RS lassen sich etwa zur gleichen Zeit gebaute Porsche F-Modelle leicht “umrüsten”. Wird das nicht offen gesagt, ist das Betrug.

Ein Lancia Aurelia B24 California Spider wurde für 800.000 zunächst nicht zugeschlagen und konnte letztlich doch noch für 745.000 plus “buyers premium” bei Artcurial den Besitzer wechseln. Im fulminaten Grand Palais signalisierte der distinguierte Auktionator des Londoner Versteigerers Bonhams im “Grand Palais” direkt an der Seine dann auch bei einem weniger seltenen Lancia Aurelia B24 Cabrio bei 320.000 mit den Worten : “Come and see us”. Verhandlungsbereitschaft gegenüber dem Bieter, der nicht den Zuschlag bekommen hatte.

Natürlich mühten sich die Herren und Damen mit dem Hammer immer darum, die Gebote in die Höhe zu treiben. Geriet dies in die Nähe der “Reserve” ohne diese zu erreichen, wurden die Anstrengungen zäh, was die ganze Sache zusätzlich in die Länge zog.

Dabei trat der Nationalcharakter der unterschiedlichen Häuser durchaus in den Vordergrund. Bei den Amerikanern von RMSothebys durchpflügen Mitarbeiter des Hauses durch die Sitzreihen, wenn sie einen Bieter entdecken, um ihn zu beraten: “Darf es nicht noch ein bisschen mehr sein, Sir”.

Die Engländer von Bonhams stehen vornehm am Rand des Publikums und halten sich vornehm zurück.

Und die Franzosen von Artcurial haben gleich eine unübersehbare Anzahl von Herren mit Mikrofonen ausgestattet, die in französisch und englisch das aktuelle Höchstgebot durcheinander schreien, so dass ein wahrhaftes babylonisches Sprachgewirr entsteht, während sie im langen Mittelgang auf der Suche nach weiteren Geboten hin und her laufen. Den komplizierten französischen Zahlenkombinationen (“Quattre-Vingt-douze-Mille” etc) zu folgen, ist für den unbedarften Zuhörer ohnehin schon anstrengend.

Als kurz vor 22 Uhr am Freitag Abend das letzte Mal der Hammer für einen 1961iger Schnellaster bei 10.000 Euro fällt, sind alle Sinne all der Zuhörer und Bieter ausreichen angestrengt und allgemeine Erleichterung bricht sich Bahn

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%