Oldtimermesse Techno Classica
Gefragt ist, was teuer ist

Die Preisentwicklung verlangsamt sich, aber der Trend bleibt intakt: Gut erhaltene Oldtimer steigen stetig im Wert. In Essen locken jetzt wieder besondere Leckerbissen zum Kauf. Doch Laien sollten die Risiken kennen.
  • 0

Düsseldorf/EssenZehn Autos, die für 141 Millionen Euro versteigert werden. Ein Karmann Ghia Coupé von 1961 für 35.000 Euro. Und ein VW Samba-Bus T1 für 190.000 Euro. Das sind drei aktuelle Beispiele, die den dominierenden Trend des Oldtimer-Marktes kennzeichnen: Die Preise kennen nur eine Richtung, nach oben. Vor allem im Hochpreissegment des Garagengoldes ab etwa 100.000 Euro. Was zwangsläufig zu den Fragen führt, die sich viele Besucher der 27. Techno Classica stellen, dem weltweit größten Handelsplatz für klassische Automobile: Ist das eine Preisblase, und wann platzt sie?

Oldtimer-Fachmann Frank Wilke vom Preis- und Bewertungsexperten classic-analytics in Bochum, selber mit einem Stand in einer der proppevollen Hallen auf der Messe in Essen vertreten, winkt ab: "Eine Blase ist nicht in Sicht. Der Markt ist transparent, die Käufer im Hochpreissegment sind gut informiert und arbeiten fast ausschließlich mit eigenem, nicht geliehenem Geld. Es wird sehr gezielt gekauft, außgewöhnliche Summen werden auch nur für wirklich außergewöhnliche Autos erzielt."

Und an denen kann man sich derzeit auch ganz normaler Oldie-Fan satt sehen, denn das Angebot ist riesig. Man muss nicht unbedingt Hunderttausende in die Hand nehmen, um auf seine Kosten zu kommen. In diesem Jahr sind mehr als 1.250 Aussteller aus über 30 Nationen in den Hallen am Grugapark vertreten. Darunter 220 Oldtimer-Clubs und 25 Hersteller. Audi etwa präsentiert seine Cabrios und Roadster der vergangenen 80 Jahre, Ford feiert den 50. Geburtstag des Transit und Mercedes erinnert mit dem Siegerwagen an den Triumph bei der 1955er-Auflage der Mille Miglia.

Lamborghini zeigt extrem selten zu sehende Einzelstücke, die Autostadt aus Wolfsburg bringt 16 Klassiker aus ihrer Sammlung an die Ruhr, Jaguar feiert auf der Messe 40 Jahre XJ-S und den 80. Geburtstag der Marke, Opel zeigt auf 650 Quadratmeter zehn Design-Ikonen und Konzept-Studien, Bugatti blickt auf 10 Jahre Veyron zurück, und Rolls-Royce feiert 90 Jahre Phantom. Dazu kommen Porsche (30 Jahre 959), Volkswagen (40 Jahre Polo), Seat hat sogar einen zum Papamobil umgerüsteten Marbella von 1982 dabei.

Die traditionelle Sonderschau auf der Techno Classica beschäftigt sich in diesem Jahr mit seltenen historischen Rennwagen, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle starteten Ende der 1920er Jahre bei der legendären Tourist Trophy in Irland – einem Automobil-Straßenrennen, das von 1905 bis 1936 ausgetragen wurde und zeitweise sogar zur Sportwagen-Weltmeisterschaft zählte. Darüber hinaus präsentieren sich in Essen auch wieder Restauratoren, Zulieferer, Ersatzteilhändler oder Accessoire-Verkäufer.

Kommentare zu " Oldtimermesse Techno Classica: Gefragt ist, was teuer ist"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%