Opel Insignia Country Tourer im Test
Kein echtes Landei

Es muss nicht immer SUV sein. Wer Wert auf Allrad sowie einen etwas erhöhten Arbeitsplatz legt und rustikalen Charme von Kunststoff-Beplankung schätzt, kann auch mit einem Kombi glücklich werden.
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Wer auf dem Land lebt und auf die Ausübung der individuelle Mobilität angewiesen ist, weiß nicht nur im Winter – aber besonders in der Kältesaison – Allradantrieb zu schätzen. Kein Wunder, dass hier gerne SUV gekauft werden. Wer zwar Platz benötigt, aber nicht ganz so hoch sitzend unterwegs sein möchte, greift dagegen auf einen Allrad-Kombi wie den Insignia Country Tourer zurück. Wir baten den Opel, der unter anderem gegen Audi A4 Avant Allroad oder Volvo XC 70 antritt, zum Alltagstest.

Diese Modellvariante des Insignia Sports Tourer spielt optisch die rustikale Karte aus. Schwarze Kunststoff-Beplankung, robuste Stoßfänger sowie eine um zwei Zentimeter höhere Bodenfreiheit im Vergleich zu den anderen Insignia-Versionen signalisieren eine gewisse Matsch- und Geröllaffinität und passen gut zur nicht ganz neuen, aber gern zitierten „Landlust“.

Damit es nicht bei den schmutzigen Konnotationen bleibt und die Fahrten über Schotter, schlammige Feldwege oder auf schneebedeckten Straßen problemlos mit viel Traktion sowie aufgewirbelten Dreck auf der Karosserie gelingen, gibt es den County Tourer auch mit Allrad. Zum Einsatz kommen ein Schlecht-Wege-Fahrwerk mit Unterbodenschutz sowie ein elektronisch gesteuerter 4x4-Antrieb, der übrigens auch bei dem konventionellen Insignia-Kombi seinen Dienst verrichtet.

Die Elektronik variiert je nach Schlupf die Drehmomentverteilung stufenlos von null bis 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse und dank eines elektronischen Sperrdifferenzials auch zwischen den Hinterrädern. Das hat zur Folge, dass der 4x4-Country Tourer bei trockenen Wetterbedingungen nur über die Vorderachse angetrieben unterwegs ist. Das soll natürlich den Treibstoffverbrauch in Grenzen halten.

Soweit die Theorie: In der Praxis gelingt dies bei dem von uns gefahrenen 2,0-Liter-Turbo-Direkteinspritzer mit 184 kW/250 PS natürlich nur in dem vom Fahrer gesetzten Rahmen. Das spritzige Aggregat animiert zum Schnellfahren, das gute Fahrwerk sowie ein Drehmoment von 400 Nm zügeln auch nicht gerade die Lust am Beschleunigen und Tempo. Die Quittung kommt aber dann an der Tankstelle: Wer die 250 Pferde artgerecht so richtig losstürmen und/oder auf der Autobahn die Richtgeschwindigkeit weit hinter sich lässt, sieht die Tanknadel im freien Fall.

Der Normwert von 8,1 Litern rückt so in weite Ferne. Mit etwas mehr Zurückhaltung und Besonnenheit kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 9,5 Litern. Vernünftigerweise entscheidet man sich besser für einen der angebotenen 2,0-Liter-Diesel. Sie werden mit 120 kW/163 PS oder 143 kW/195 PS offeriert und verbrauchen durchschnittlich 5,6 und 6,6 Liter.

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