Opel Kleinwagen Adam
Flucht nach oben

Opel kämpft ums Überleben. Bei der Rettung helfen soll Adam. Er ist die Antwort auf die Lifestyle- und Premium-Wagen von Audi, Mini, Fiat. Für den Kleinwagen greifen die Rüsselsheimer tief in die Marketing-Trickkiste.
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RüsselsheimErst vor zwei Wochen hatte der Opel-Aufsichtsrat das vom Vorstand vorgelegte umfassende Sanierungskonzept gebilligt, derzeit verhandeln Betriebsrat, IG Metall und Vorstand die Umsetzung. Der Opel-Vorstandsvorsitzende Karl Friedrich Stracke will den angeschlagenen Autobauer mit einem klaren Wachstumsplan sanieren. "Damit haben wir eine gesunde Grundlage, mit der wir neu durchstarten werden," sagte Stracke der "Bild-Zeitung". Statt Werkschließungen und Entlassungen setzt der Konzern dabei auf eine Modelloffensive und Kostenreduktion. "Wir schärfen unsere Marke, setzen auf Export, nutzen clevere Allianzen und verschlanken unsere Produktion. Kurzum: Wir drehen in unserem 150. Jubiläumsjahr jeden noch so kleinen Stein um."

Ein Bestandteil der aktuellen Verhandlungen ist eine Job-Garantie in allen Werken bis Ende 2016. "Wer in Deutschland kann sich heute schon an einer Job-Garantie für die kommenden vier Jahre erfreuen? Langfristig gibt es aber nur eine Arbeitsplatzgarantie: Wir müssen nachhaltig Gewinne schreiben," sagt Stracke. Und genau da kommt das Segment der Kleinwagen ins Spiel, die in den vergangenen Jahren immer lifestyliger und Premium-lastiger wurden, sich also an ihren großen Konzernbrüdern orientieren. Kein Großserienhersteller kommt mittlerweile mehr an Kleinwagen im Angebot vorbei. Bei Opel ist das unterhalb des Corsa bislang nur der Agila, und der kann optisch und Imagemäßig mit Mini, A1, Fiat 500 und VW Up nicht mithalten.

Auf VW Up und Toyota Aygo folgt also nun der Opel Adam. Doch der zielt zumindest optisch klar auf Premium-Konkurrenten wie den Audi A1, siehe zweifarbige Lackierung. Die Rüsselsheimer präsentieren ihren Stadtfloh zunächst auf dem Pariser Autosalon (29. September bis 14. Oktober), die Auslieferung auch in den deutschen Handel beginnt dann im Januar 2013.

Mit knapp 3,70 Metern Länge und 1,72 m Breite orientiert sich der Herausforderer an VW Up (3,54 Meter Länge) und Toyota Aygo (3,41 Meter Länge). Der neue Opel-Dreitürer empfiehlt sich aber nicht nur auf Grund seiner kompakten Abmessungen besonders fürs städtische Umfeld. Er ist zum Start zunächst mit drei Benzinmotoren (1,2-Liter/ 51kW/70 PS, 1,4-Liter/ 64 kW/87 PS und 1,4-Liter/74/100 PS) in Verbindung mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe verfügbar. Alle Aggregate sind auf Wunsch mit Start/Stopp-System erhältlich.

Anstelle der bei Opel sonst üblichen, gestaffelten Ausstattungsreihen kommt der neue Adam mit drei unterschiedlichen "Ausstattungswelten" daher, die verschiedene Geschmacksrichtungen bedienen sollen: "Jam" so schreibt das Opel-Marketing, sei "unkonventionell, modisch und bunt", "Glam" mehr "chic und elegant", "Slam" stehe "für die sportliche Richtung".

Und diese drei "Lebenswelten" bilden die Basis für unzählige optische Möglichkeiten zur Personalisierung eines Adam. Kunden können aus einer breiten Palette an Außenlackierungen wählen und sie mit drei Dachfarben kombinieren. Sie haben zudem die Wahl zwischen unterschiedlichen Innenfarben, Dekoren und Dachhimmel-Ausführungen, darunter ein extravaganter "Sternenhimmel" mit LEDs.

Design-Chef Mark Adams ist sich sicher, dass der Lifestyle-Flitzer so viele Kombinationsmöglichkeiten zur Individualisierung bietet, dass es "ziemlich unwahrscheinlich (ist), dass man zwei identische Exemplare zu Gesicht bekommt."

Mit dem Firmengründer Adam Opel hat der Name des VW-Up- und Fiat-500-Konkurrenten unterhalb des Corsa übrigens angeblich nichts zu tun. Dem internationalen Trend entsprechend, mit alten Namen jung aufzutreten, wird er englisch „Ädem“ ausgesprochen. Zunächst lautete der Projektnamen für den Zwerg „Junior", dann kursierte der Namen „Allegra“.

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Kommentare zu " Opel Kleinwagen Adam: Flucht nach oben"

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  • Der Golf I wurde (zu Recht) als Mittelklassewagen verkauft und war 1,61 m breit und 3,71 m lang. Der Opel Adam ist gleich lang, aber breiter. Wieso ist das plötzlich ein "Kleinwagen" oer gar "Kleinstwagen"? Sind wir alle in den letzten Jahrzehnten um so viel fetter geworden? Leute, ein Auto von der Größe eine Opel Adam ist ein Mittelklassewagen!!

  • "billig aber schön" ? Sie reden nicht zufällig von VW ?

  • Der Preis darf nur maximal 1000.- Euro über dem Preis vom DACIA liegen, sonst wird das kein großer Wurf1

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