Optimismus _ Firmen korrigieren bereits Absatzziele nach oben
Autohersteller kämpfen in China mit Rabatten

Ein unerwartet hohes Wachstum der Automobil-Verkäufe im Juni in China hat Hoffnungen auf eine Wiederkehr des Booms auf dem weltweit drittgrößten Automarkt genährt.

HB SCHANGHAI/FRANKFURT. Im Juni sei der Pkw-Absatz um fast die Hälfte auf 375.000 Autos gestiegen, erklärte der chinesische Automobilverband am Dienstag. „Der chinesische Pkw-Markt zeigt Anzeichen einer Erholung“, hieß es in der Mitteilung. Im ersten Halbjahr 2005 sei der Automarkt nur um moderate 10,6 Prozent auf 1,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge gewachsen. Doch seit Mitte des zweiten Quartals ist ein Anziehen der Nachfrage zu beobachten.

So stieg der Pkw-Absatz im Mai bereits um mehr als 20 Prozent.

Der chinesische Automarkt hatte im Jahr 2003 einen Boom mit Steigerungsraten von rund 50 Prozent erlebt, als sich dank des Wirtschaftswachstums immer mehr Chinesen ein Auto leisten konnten. 2004 verlangsamte sich das Wachstum auf 15 Prozent, weil die chinesische Regierung Maßnahmen gegen eine Überhitzung der Wirtschaft einleitete und Konsumentenkredite erschwerte. Für das laufende Jahr prognostizieren Analysten bisher ein Wachstum von zehn bis 15 Prozent.

Bei einigen Herstellern macht sich aber schon ein größerer Optimismus breit. General Motors, Hyundai Motors und PSA Peugeot Citroen haben ihre Absatzziele für 2005 schon angehoben. Am Dienstag folgte Toyota Motors und erhöhte nach Angaben aus Unternehmenskreisen sein Absatzziel für in China hergestellte Pkw um 8,6 Prozent auf 145.000 Fahrzeuge. Im nächsten Jahr werde die Kapazität mehr als verdoppelt, sagte ein Toyota-Manager der Nachrichtenagentur Reuters. „Sie haben jeden Grund, ihre Ziele zu erhöhen, weil die Auslieferungen im ersten Halbjahr höher waren als erwartet“, sagte zudem der Leiter einer großen Autohandelskette in Peking.

Einige Analysten warnen allerdings, dass die Wiederbelebung der Autoverkäufe in China nicht automatisch Gewinne für die Autobauer bedeuten, die zum Teil mit großen Rabatten die Nachfrage stimulieren. China war zwar einst der stark wachsende Markt, in dem es kaum einen Verdrängungswettbewerb gab. Doch mittlerweile ist das bevölkerungsreichste Land einer der am härtesten umkämpften Automärkte der Welt, in dem sich die Konzerne mit Preisnachlässen und neuen Modellen gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. So ist Volkswagen mit einem Anteil von 18 Prozent noch Marktführer in China, der US-Konzern General Motors schließt aber immer mehr auf. Für beide Unternehmen ist China der zweitgrößte Absatzmarkt nach dem jeweiligen Herkunftsland.

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