Panamera S E-Hybrid
Dieser Porsche tankt an der Steckdose

Nicht Audi A3, und nicht VW Golf. Der erste Plug-in-Hybrid aus dem VW-Konzern kommt ab Mitte August von Porsche. Der "S E-Hybrid" kostet mindestens 110.409 Euro, und ist bereits die zehnte Panamera-Variante.
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KlaisIm Zuge einer tiefgreifenden Modellpflege lässt sich der Panamera nun erstmals auch an der Steckdose betanken. Unter dem Blech der bulligen Limousine steckt Hightech pur. Der Stuttgarter Sportwagenbauer verspricht bei 36 Kilometern elektrischer Reichweite einen Benzinverbrauch von nur 3,1 Litern auf 100 Kilometern im Normzyklus. Doch das Sparen hat seinen Preis. Der "Panamera S E-Hybrid", so sein offizieller Name, kostet mindestens 110 409 Euro und steht ab dem 16. August beim Händler.

Wer im Plug-in-Porsche den Taschenrechner zieht und prüft, ob sich die ganze Sache finanziell eigentlich lohnt, sitzt garantiert im falschen Auto und sollte sich lieber gleich die wesentlich günstigere Dieselversion bestellen.

Beim "Panamera S E-Hybrid" geht es nicht um "Break Even" und Betriebskosten. Dieses Auto ist ein ökologisches Statement. Nach dem Motto: Seht her, auch ein Zweitonnen-Luxus-Liner kann knausern wie ein Kleinwagen. Er muss nur die richtige Technik unter der Haube haben. Bei Porsche heißt dies: Ein 245 kW/333 PS starker Dreiliter-V6-Benziner mit Kompressoraufladung arbeitet in Kombination mit einem 70 kW/95-PS-Elektromotor, der seinen Strom aus einem knapp 10 kW/h starken Lithium-Ionen-Akku bezieht. Eine unendlich komplizierte Regelung und Steuerung sorgt dafür, dass möglichst alle Zahnräder in bester Harmonie ineinander greifen.

Technisch ist der Plug-in-Panamera eine Weiterentwicklung des bisherigen Hybrids. Dieser konnte nur knapp zwei Kilometer elektrisch fahren. Grundsätzlich startet die Plug-in-Version stets im sogenannten E-Power-Modus. So lässt es sich mit dem Porsche frühmorgens wunderbar leise aus dem Wohnviertel schleichen. Wer vorausschauend fährt und extrem behutsam mit dem Pedal umgeht, kann mit dem Panamera sogar über 50 emissionsfreie Kilometer schaffen, ohne dass der Sechszylinder anspringen muss. Zumindest gelang uns dies auf einer ersten Testfahrt mit dem Öko-Porsche.

Eine Besonderheit ließen sich die Entwickler mit dem Schalter "E-Charge" einfallen. Weiß der Fahrer, dass er noch eine gewisse Strecke durch die für Verbrennungsmotoren gesperrte Innenstadt steuern muss, kann er zuvor auf der Autobahn die Batterie laden. "Das mag heute noch keine Relevanz haben, kann schon bald aber in Großstädten Realität sein", sagt Baureihenleiter Dr. Gernot Döllner.

Wie seine konventionellen Brüder, so legt auch der Plug-in-Panamera eine für seine Größe bemerkenswerte Geschmeidigkeit an den Tag. Die Abrollgeräusche und das Federungsverhalten ließen sich gegenüber der Vorgängerversion nochmals spürbar verbessern. Auch bei Geschwindigkeiten von weit über 200 km/h überzeugt die Limousine durch einen exzellenten Geradeauslauf, hohen Komfort und niedrige Geräusche, bleibt auf der anderen Seite aber handlich wie ein Sportwagen. Diese Kombination beherrscht kein anderes Auto in dieser Klasse so perfekt.

Äußerlich hat Porsche den neuen Panamera nur behutsam überarbeitet, auch wenn der Hersteller offiziell von der "zweiten" Generation spricht. Internes Ziel war: Charakter erhalten, Design schärfen. Deutlich zu sehen ist die Kosmetik am Heck. Die Scheibe ist größer, das Kennzeichen sitzt weiter unten, die quer liegende Deko-Spange ist weg und die Leuchten haben eine neue Kontur. Vorne gibt es größere Lufteinlässe und neue Scheinwerfer.

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Zwei Versionen für China

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  • Und wieder ein Modell aus der Serie "Autos die die Welt nicht braucht".

    Bei langen schnellen Autobahnstrecken bringt das sogar negative Effekte weil : E-Motor und Batterien, nebst komplizierten Steuerungs mit sich rumzuschleppen kostet mehr Verbrauch.

    Das zeigt eher wie krank und realitaetsfern der 'Norm-Verbrauchszyklus' ist -- hier Resultat 3 Liter.
    Aber da ja EU-weite CO2 Emissionen danach berechnet werden und der Flottenverbrauch runtergehen muss, kommen halt solcher Unsinn dabei heraus.

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