Papst-Besuch
Die Geschichte des Papamobils

Wenn der Papst auf Tuchfühlung mit den Gläubigen geht, rollt er langsam durch die Massen. Vom Mercedes aus wird gesegnet. Die Geschichte des Papamobils begann aber mit einem polnischen Gelände-LKW.
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StuttgartEs gab Gerüchte: Dass sich Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch vom 22. bis 25. September 2011 in einem Hybrid-Mobil den Gläubigen zeigen wird. Dass es rein elektrisch fahren könne - und in Situationen, in denen eine Flucht nötig werden könnte, auf einen leistungskräftigen Verbrennungsmotor zurückgreifen könne. Und dass dieses Papamobil einmal mehr von Mercedes gestellt werde. Doch offizielle Informationen gibt es nicht über die Mobilität des Heiligen Vaters in naher Zukunft.

Christian Anosowitsch aus der Presseabteilung von Mercedes mauert: "Wir sagen gar nichts." Generell reden die Hersteller - wenn überhaupt - mit äußerster Vorsicht über Fahrzeuge, die zur Repräsentation und eben auch zum Schutz von Prominenz gebaut werden. Zu riskant wäre es, wenn Details zur Sonderschutzausstattung in falsche Hände gerieten.

Im Fall des Papamobils ist nur eines unumstritten: Fast überall, wo Benedikt XVI. ein Bad in der Menge nimmt, fährt er in einem Papamobil aus Stuttgart. Zuletzt war er beim Weltjugendtag in Madrid mit einem umgerüsteten Mercedes ML mit dem typischen gläsernen Sonderaufbau unterwegs - ein Wagen, den der Papst schon seit Jahren nutzt. "Mercedes ist der Haus- und Hoflieferant des Vatikan", sagt der Autor Thomas Pospiech, der zum Thema Papstmobil für ein Buch über Automobile recherchiert hat.

Zurück geht die Stuttgart-Vatikanstaat-Verbindung bis ins Jahr 1930. Damals schenkte Mercedes Papst Pius XI. eine aufwendig umgebaute, aber gänzlich ungepanzerte Pullman-Limousine des Typs Nürburg 460. Von einem "Wunderwerk der Technik" soll der Heilige Vater nach einer Probefahrt in den Gärten des Vatikan gesprochen haben. Denn bis dahin waren der Papst und seine Vorgänger nur selten mit Autos gereist.

Automobile Geschenke an das Oberhaupt der katholischen Kirche waren allerdings schon ab 1909 gang und gäbe. Im Fuhrpark des Vatikan hatten sich bis in die 1920er Jahre Luxus-Gefährte von Fiat, Bianchi, Graham-Paige, Itala oder Citroën angesammelt, war bei Mercedes zu erfahren. "Mittlerweile ist der Papst unter den Top 5 der weltweiten Autosammler und konkurriert mit Autonarren wie dem Sultan von Brunei", sagt Autor Pospiech.

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