Pekinger Automesse
Daimler enthüllt einen E-Flitzer für China

Die chinesische Regierung zwingt westliche Anbieter, ihr Wissen um Elektroantriebe mit einheimischen Firmen zu teilen. Als erstes Produkt der erzwungenen Zusammenarbeit hat Daimler nun in Peking den „Denza“ vorgestellt.
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PekingDaimlers neues Elektroauto macht auf niedlich. Auf der Pekinger Automesse Auto China erklären ein kleiner Junge im Anzug und ein gleichaltriges Mädchen im Kleid den neuen Denza, den der deutsche Konzern zusammen mit seinem chinesischen Partner BYD entwickelt hat. Knallblau ist der fahrtüchtige Prototyp.

„Ach, das ist ein Elektroauto?“, tut die erwachsene Moderatorin gegenüber den Kindern unwissend. „Ja, Sie können es über Nacht aufladen und dann damit herumfahren“, erklärt das Mädchen altklug. „Wir sind stolz, mit diesem Produkt die ersten auf dem chinesischen Markt zu sein“, ergänzt Daimlers Nordostasienchef Ulrich Walker.

Ein dominierendes Thema auf der diesjährigen Automesse in Peking sind batteriegetriebene Autos. Praktisch an jedem Stand sind Studien, fahrtüchtige Prototypen oder sogar bewährte Serienmodelle zu sehen. „Die Regierung unterstützt die Einführung der E-Mobilität mit aller Macht“, sagt Lin Cheng, Vizechef des Forschungsinstitut für Elektromobilität in Peking.

Deutsche Autohersteller sind von der Strategie der Pekinger Regierung unmittelbar betroffen. Neue Gesetze, die das kommunistische Land aus seinen laufenden Fünfjahresplänen abgeleitet hat, zwingen alle ausländischen Anbieter zur Kooperation mit chinesischen Partnern. „Die Regierung ermutigt auch uns, entsprechende Nullemissionsautos im Inland für den chinesischen Markt zu entwickeln“, sagt BMW-Vertriebschef Ian Robertson dem Handelsblatt auf der Automesse. Sein Unternehmen bereite zusammen mit dem etablierten Partnerunternehmen Brilliance derzeit ein entsprechendes Projekt vor.

Doch Daimler war eindeutig schneller. Der Denza ist in nur zweijähriger Entwicklungszeit zusammen mit dem großen Batteriehersteller BYD entstanden. Inzwischen ist BYD zwar wegen verfehlter Geschäftsziele und enttäuschender technischer Fortschritte ins Gerede geraten. Doch für Daimler war der Denza ein Prestigeprojekt – die Stuttgarter haben ihre geballte Finanzmacht und ihr technisches Wissen eingesetzt, um das Projekt im Zeitplan zum Erfolg zu machen. 2200 Ingenieure haben in dem Gemeinschaftsunternehmen im südchinesischen Shenzhen mit Hochdruck daran gearbeitet, den fahrenden Prototyp bis zur Messe fertigzustellen.

Da alle Anbieter derzeit angehalten sind, ein Elektrofahrzeug speziell für den chinesischen Markt zu entwickeln, „werden wir in den kommenden Jahren zahlreiche neue Marken auftauchen sehen“, sagt BMW-Vertriebschef Robertson. China baue auf diese Weise eine starke Technikposition auf. Doch aus Sicht der Industrie hat die chinesische Politik auch Vorteile: Hier entsteht ein riesiger Markt für neue neue Produkte.

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Chinesische Erstkäufer sind noch nicht festgelegt

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