Peugeot-Dreirad 20Cup: Premiere auf der Rennstrecke
Da fehlt doch eine Kleinigkeit ...

Peugeot hat ein Dreirad vorgestellt, das es in sich hat. Der 20Cup überzeugt mit erstaunlichen Fahrleistungen und überraschenden Serieneinflüssen.

FRANKFURT. "Kupplung ganz behutsam kommen lassen“, höre ich noch, dann ruckelt es, ein Zucken – der Motor ist aus. „Encore une fois“, muntern mich die französischen Techniker auf. Also: Startknopf drücken, ein, zwei Gasstöße, um die Gehörgänge in Falten zu legen und diesmal die Kupplung ganz sachte einrücken lassen. Schon geht es hinaus aus der Boxengasse auf die Piste und gleich hinein in eine Schikane.

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Der Salzburgring ist an diesem Tag Ort einer ungewöhnlichen Premiere. Denn es geht mit einem außergewöhnlichen Prototypen über die elegant in die Berglandschaft eingebettete Strecke. Vor ein paar Wochen stand der Peugeot 20Cup noch als Blickfang auf der IAA in Frankfurt – jetzt darf er hier im Salzkammergut zeigen, dass er mehr ist als ein Showobjekt.

Das offene Dreirad mit der mächtigen, 37,7 Zentimeter breiten Gummiwalze am Heck, dem durch einen Carbon-Steg getrennten Doppelcockpit und den neckischen Überrollbügeln ist nicht nur vollkommen funktionstüchtig. Es bietet für den französischen Hersteller auch so etwas wie eine dreifache Vorausschau in die Zukunft.

Erstens trägt der 20Cup bereits die Frontpartie des kommenden Kleinwagens Peugeot 207. Kühlergrill und Stoßfänger, Klarglasscheinwerfer und Motorhaube, Kotflügel und Löwen-Logo – diese Details wird das Serienmodell nahezu identisch vom rasanten Dreirad übernehmen. Beim Genfer Automobilsalon Anfang März wird der Peugeot 207 seine Weltpremiere feiern, einige Wochen darauf soll das Auto bei den Händlern stehen. Übrigens wird der Wagen nicht das bisherige Modell 206 ablösen, das die Franzosen noch bis zum Jahr 2010 weiterbauen wollen.

Zusammenarbeit mit BMW

Die zweite Neuheit, die Peugeot mit dem rassigen Rennauto vorstellt, ist ein Motor, der in Zusammenarbeit mit BMW entstand. Das Aggregat, ein Vierzylinder mit Benzindirekteinspritzung, Turbolader, variabler Ventilsteuerung und einem Hubraum von 1,6 Litern soll nach und nach mit Leistungen zwischen 75 und 170 PS angeboten werden. Die Kooperationspartner PSA und BMW rechnen damit, mittelfristig eine Million Exemplare dieses Motortyps pro Jahr zu bauen. Seine Premiere wird das Triebwerk im Peugeot 207 geben, später kommt es unter anderem auch im Mini von BMW sowie in Citroen-Modellen zum Einsatz.

Und drittens schließlich plant Peugeot, den 20Cup genau so in einer Kleinserie zu fertigen: als dreirädriges Rennauto der Fliegengewichtsklasse. Derzeit laufen die Abstimmungen, ob eine solche Rennserie im übernächsten Jahr realisiert werden könnte. Da passt die Fahrvorstellung auf dem Salzburgring natürlich prima ins Konzept.

Und auch das Auto beginnt nach der ersten Runde auf der 4,2 Kilometer langen Rennstrecke, allmählich zu passen. Mit etwas Gewöhnung ist es auch gar nicht so schwer, die Kupplung, die Schalttasten an der Rückseite des rechteckigen Lenkrads und die vehement zubeißenden Bremsen zu koordinieren.

Wäre der Fahrtwind an diesem verhangenen Novembertag nicht so kalt, könnte man sich über viele Runden langsam eingrooven in den Rhythmus der Strecke und den Takt des Autos. Und die Kupplung flutscht inzwischen auch ganz butterweich.

Das Auto: Dreirädriger Prototyp, den Peugeot als Technologie und Designträger entwickelt hat und um den eine eigene Rennserie entstehen soll

Motor: Vierzylinder-Benziner mit Direkteinspritzung und Turbo

Leistung: 170 PS

Drehmoment: 240 Nm

Getriebe: sequenzielle sechs Gänge

Gewicht: 500 Kilogramm

Quelle: »NEWS Frankfurt

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