Peugeot Instinct Concept
Vier Arten des autonomen Fahrens

Peugeot stellt auf dem Genfer Salon die Studie eines autonomen Kombis vor, in dem der Fahrer wählen kann, ob er sich entspannt oder sportlich fahren lassen will. Spätestens in zehn Jahren soll dies zum Alltag gehören.
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Nach dem Zehn-Stunden-Job und anschließendem Work-out im Fitness-Center zu müde, um selbst nach Hause zu fahren? Kein Problem. Geht es nach den Visionen der Peugeot-Entwickler, könnte der Fahrer sich jetzt nicht nur entspannt hinters weggeklappte Lenkrad setzen, E-Mails checken oder fernsehen und das autonome System den Chauffeur spielen lassen. Über dessen „Smart-Watch“ weiß das Auto sogar schon vor dem Einsteigen, wie erschöpft sein Passagier ist und ob es in diesem Falle sinnvoller wäre, den autonomen Fahrmodus zu aktivieren.

Diese enge Verknüpfung mit seinem Auto, oder besser dem „Smartphone auf Rädern“, soll schon bald zum Alltag gehören. Aude Brille, Strategie-Chef bei Peugeot, sieht dafür einen Zeithorizont von weniger als zehn Jahren. „Mobilität wird so einfach und entspannt wie nie zuvor“, so Brille.

Auf dem Genfer Autosalon wird Peugeot seine Vorstellungen in Form eines gedrungenen und kompakten Sportkombis namens Instinct präsentieren, der mehr einem getunten Shooting Brake als einem praktischen Familienfahrzeug gleicht. Gilles Vidal, Design-Direktor bei Peugeot, weiß darauf natürlich die passende Antwort. „Wir sehen das autonome Fahren nicht automatisch in einer Großraumlimousine, in der sich die Sitze drehen lassen und sich die Passagiere vis-á-vis unterhalten.“ Peugeot fährt im Instinct bewusst einen anderen Kurs.

Der Fahrer soll nicht nur entscheiden können, ob und wann er im autonomen Modus unterwegs sein will, sondern auch, auf welche Art er sich autonom fahren lassen möchte. „Wir unterscheiden zwischen soft und sharp“, sagt Matthias Hossann, der Projektleiter der Instinct-Studie. „Das Auto kennt über das Machine Learing die Vorlieben seines Fahrers ganz genau, weiß also auch, wenn es beispielsweise von der Autobahn auf die kurvenreiche und leere Landstraße geht, dass nun automatisch der „Drive-Boost-Modus“ zu empfehlen ist.“ Hier werden dann alle „Sinne“ des Instinct „scharf“ gestellt. Er lässt sich dann fahren wie heute ein jeder Sportkombi auch.

Als zweiten von vier Modi gibt es „Drive Relax“. Der Instinct assistiert dann seinem Fahrer so viel wie möglich, ohne aber auf autonom umzuschalten. Zum Beispiel werden der Staupilot oder bei Nacht der Lichtassistent aktiviert. Modus Nummer drei heißt „Autonom Soft“, also weiches Beschleunigen, entspanntes Tempo und nicht zwingend der kürzeste Weg. „Der Trip dauert dann zwar etwas länger, aber der Fahrer kann in Ruhe lesen oder sich einen Film anschauen“, sagt Hossann. Wohl ziemlich einzigartig ist der vierte Modus: „Autonom Sharp“. „Hier geht es sportlicher zur Sache, natürlich immer im Rahmen der Verkehrsregeln“, so Hossann. Ob Autofahrer diesen Modus später wirklich nutzen werden, darf allerdings aus heutiger Sicht bezweifelt werden.

Unter der Haube des 4,54 Meter langen und nur 1,32 hohen Instinct arbeitet ein 300 PS starker Plug-in-Benzin-Hybrid, ein Vorläufer der Technik, die Peugeot ab 2019 in Serienfahrzeugen anbieten wird. Debüt soll im SUV 3008 sein. Die Karosserie des Instinct besteht vollständig aus Karbon, ein riesiges Panorama-Glasdach sorgt für bestes Licht im Innenraum.

Bei den Armaturen geht Peugeot unbeirrt den Weg des i-Cockpit weiter. Das sehr kleine Lenkrad wird weiterhin unterhalb der Anzeigen positioniert. Man schaut also nicht durch die Speichen, sondern über den Kranz hinweg. Vier Serienmodelle haben diese Anordnung bereits. Jüngste Neuvorstellung ist der 5008. Wird im Instinct der autonome Fahrmodus aktiviert, klappt das Minivolant nach unten ins Armaturenbrett weg und gibt dem Fahrer deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig fährt der Sitz in eine bequemere Liegeposition.

Bis dahin will der französische Hersteller auch eine Reihe neuer Innenraummaterialen entwickelt haben. Im Instinct stammen viele Teile noch aus dem 3D-Drucker. „Wir haben sogar für einige Verkleidungen hauchdünnen Beton verwendet“, sagt Designchef Gilles Vidal, „mehr Purismus können Oberflächen kaum ausdrücken.“

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