Polo mit 34 Prozent Nachlass
VW-Händler heizen die Rabattschlacht an

Verramschen VW-Händler den Polo? 34 Prozent Preisnachlass auf den Kompaktwagen, mit denen in Zeitungsanzeigen geworben wird, erscheinen rekordverdächtig. Und werfen die Frage auf, was Listenpreise noch wert sind.
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DüsseldorfDie Rabatte auf dem deutschen Automarkt haben im November, getrieben vom marktbestimmenden Volkswagen-Konzern, das höchste Niveau seit mehr als fünf Jahren erreicht. So das Fazit der monatlichen Auswertung des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Das Institut beobachtet seit Jahren die Preis- und Rabattentwicklung auf dem deutschen Automarkt und wertet diese mit wissenschaftlichen Methoden aus.

Privatkunden kauften immer mehr Tageszulassungen, stellt Institutsleiter Professor Ferdinand Dudenhöffer fest, und reguläre Neuwagenkäufe verlören weiter an Marktanteil. „Die hohen Rabatte“, stellt der Autoexperte fest, „sind ein Zeichen dafür, dass auch in den kommenden Monaten mit schwacher Autokonjunktur in Deutschland gerechnet werden muss.“


Ein besonderer Preiskampf findet derzeit im Ruhrgebiet unter VW-Händlern statt: Große Händlergruppen übertreffen sich mit „Jahresendspurtpreisen“ für VW-Modelle, Last-Night-Shopping Angeboten und weiteren Schnäppchen, die in großformatigen Zeitungsanzeigen offeriert werden.

Die breit beworbenen Rabatte bewegen sich in der Spitze etwa beim VW Polo bis zu 5.240 Euro oder 34 Prozent Rabatt auf den VW-Listenpreis oder beim Golf bis zu 4.345 Euro oder 24 Prozent Rabatt.

Diese Beispiele und die Angebote verschiedener großer Internetvermittler von Neuwagen zeigen aber auch, dass der Rabattwettbewerb kein Phänomen der Massenhersteller und Importmarken ist, sondern auch Premiumhersteller munter mitmischen.

Einige Beispiele von Audio und BMW: Die Coupé-Variante des A5 ist als Sondermodell „Sport Edition“ serienmäßig mit dem S-Line Exterieur-Paket, Sportsitzen, Xenon-Scheinwerfern, 20 Zoll Leichtmetallrädern, Metallic-Lackierung, Privacy-Verglasung, Multifunktionslenkrad und Alcantara-Sitzbezügen ausgestattet. Der Grundpreis beträgt 37.250 Euro, der Preisvorteil liegt bei 6.905 Euro.

Alternativ ist das A5 Coupé auch als „Sport Edition Plus“ zum Preis von 38.050 Euro erhältlich. Diese Variante bietet zusätzliche Design Elemente und die Einparkhilfe Plus. Der Preisvorteil fällt mit 5.585 niedriger aus.

Offenbar muss den größeren Modellen nachgeholfen werden, denn die VW-Tochter aus Ingolstadt wurde zuletzt immer mehr zum Premium-Kompaktwagenbauer. Jeder dritte verkaufte Audi kommt mittlerweile aus der Kompaktklasse, Umsatztreiber sind der kompakte SUV Q3 und die verschiedenen Varianten des A3.

Beim deutschen Rabattreigen lockt BMW-Interessenten der 1er-Reihe erneut mit einem besonders attraktiv kalkulierten Leasing-Angebot für den 114i „DTM Sport Edition“. Der Listenpreis des Modells beträgt 25.600 Euro.

Bei einer Laufzeit von drei Jahren und einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 km ist eine monatliche Leasingrate von 255 Euro zu entrichten, die bereits alle anfallenden Wartungsarbeiten abdeckt. Das Center Automotive Research hat bei diesem Angebot einen Kundenvorteil von gut 20 Prozent errechnet.

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Immer weniger private Käufer

Kommentare zu " Polo mit 34 Prozent Nachlass: VW-Händler heizen die Rabattschlacht an"

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  • "...wer braucht einen 1er..."

    Es gibt Leute, für die ist das Hängebauchschein ein Statussymbol ...

  • Die sollen ihre komplizierten, lieblos zusammenschusterten Plastikkarren behalten. Ich frage mich immer: Wie wäre ein Auto bepreist, wenn ich alles rauskaufen könnte, was ich weder will, noch brauche. Selbst Dacia hat schon Zeugs drin, was ich nicht wollte. Aber es ist vollkommen vermessen, je daran auch nur zu denken, daß die Hersteller mal wieder Autos bauen, die nicht nach dem Prinzip "kaufen und nach 6 Jahren fortschmeißen" gebaut sind. Wer mal sieht, was er mit einem - selbst mit Maximalrabatten - erstandenen Wagen in der Zeit, in der er ihn fährt, an Geld kaputt macht, der hat keine Freude mehr am eigenen Wagen. Teure Reparaturen und ein horrender Wertverlust durch die dauernden Modellwechsel sprechen eine deutliche Sprache. Daher bleibe ich auch bei meinen Old- und Youngtimern - die "Premium"-Hersteller mögen ihre Karren nach China und Russland verscheuern; ich will die nicht mehr.

  • Wenn 34% Rabatt möglich sind , handelt es sich um mehr als um Mondpreise . Mann sollte nur bei Nachlas von 50% und mehr kaufen !

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