Porsche GT3-Brände: Neue Motoren für alle 2014er Modelle

Porsche GT3-Brände
Neue Motoren für alle 2014er Modelle

Zwei Fahrzeugbrände beim GT3 waren den Verantwortlichen in Stuttgart genug: Porsche greift zu einer ungewöhnlichen Maßnahme und tauscht bei den betroffenen Fahrzeugen den kompletten Motor aus.
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DüsseldorfEs ist eine ungewöhnliche Maßnahme: Nach zwei Fahrzeugbränden bei dem GT3-Modell und einem Rückruf aller 785 ausgelieferten Fahrzeuge will Porsche die Motoren komplett austauschen. Normalerweise wird bei einem Rückruf lediglich das verdächtige Bauteil ersetzt, nicht aber gleich der gesamte Motor.

Die Ursache für die Motorbrände sei eine gelöste Verschraubung an einem Motorteil (Pleuel) gewesen, wie die VW-Tochter am Mittwoch mitteilte. Das lose Teil habe das Kurbelgehäuse beschädigt, was in den beiden Fällen dazu geführt habe, dass Öl ausgetreten war und sich entzündet hatte. Der sogenannte Pleuel verbindet den Kolben in einem Motor mit der Kurbelwelle.
Der Sportwagenbauer hatte wegen der Fahrzeugbrände seinen Kunden Ende Februar geraten, ihren GT3 vorerst nicht zu nutzen. Wie Porsche-Chef Matthias Müller sagte, habe die VW-Tochter die betroffenen Kunden bereits über das weitere Vorgehen informiert und ihnen für die Zeit der Reparatur einen Ersatzwagen angeboten.

In allen Porsche 911 GT3 aus dem Modelljahr 2014 kämen nun Motoren mit einer optimierten Verschraubung zum Einsatz.

„Den ganzen Motor zu ersetzen ist eine ziemlich dramatische Maßnahme“, sagte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management der Fachhochschule Bergisch Gladbach. „Es zeigt, dass Porsche diese Bedenken so schnell wie möglich zu zerstreuen und keine Kunden zu verärgern.“ Diese haben schließlich immerhin mindestens 137.300 Euro für ihren GT3 gezahlt.

Der für den Sommer geplante Start der Topversion GT3 RS, die über mehr PS verfügt und dabei noch leichter ist, könnte sich nun verzögern. „Das kann man im Moment noch nicht absehen“, sagte Müller im Gespräch mit „auto motor und sport“. „Aber wir wollen erst sicher sein, dass es mit dem anderen Motor kein Problem mehr gibt.“

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

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