Porsche-Historie
Der erste Neunelfer kostete 21.900 Mark

Vor einem halben Jahrhundert wurde erstmals der Porsche 911 präsentiert. Heute ist der Elfer der deutsche Sportwagen schlechthin. Und seine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.
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Am 12. September vor fünfzig Jahren präsentierte Porsche erstmals den Nachfolger des Modells 356 der Öffentlichkeit. An der Grundkonstruktion eines leichten 2+2-Sitzers hatte man festgehalten, die etwas rundliche Form des 356 aber durch ein elegantes, modernes Coupé ersetzt.

Die Entscheidung zur Entwicklung des neuen Sportwagens fiel bereits 1959. Damals beauftrage Firmenchef Ferry Porsche seinen Sohn Ferdinand Alexander mit der Zeichnung eines 356-Nachfolgers, der im Fahrgeräusch kerniger und im Fahrkomfort angenehmer sein sollte und zudem Platz für ein Golfbesteck bieten sollte.

Weitere ganz wichtige Eigenschaften waren schon beim 356 Programm: Ein Porsche muss zuverlässig, schnell aber alltagstauglich, sozial akzeptiert und langlebig sein. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Der neue Sportwagen, hatte einen Sechszylinder-Boxermotor im Heck und trug die Zahlenkombination 901. Das graue Premierencoupé mit der „0“ in der Mitte steht heute im Porsche-Museum in Stuttgart. Es blieb ein Einzelstück weil Peugeot die Rechte an Bezeichnungen mit einer „0“ in der Mitte einer dreistelligen Zahl geltend machte und Porsche daraufhin das Modell eben 911 nannte. Der erste Elfer kostete 1964 bei seiner Auslieferung übrigens 21.900 Mark. Heute muss man mindestens das Vierfache in Euro anlegen, um einen neuen Carrera geliefert zu bekommen.

Für das Temperament des Elfers sorgen seit 50 Jahren Boxermotoren mit sechs Zylindern. Im Ur-Typ, der formal weitgehend unverändert bis 1973 gebaut wurde, stieg der Hubraum in dieser Zeit von 2,0- über 2,2- bis auf 2,4 Liter. Die Leistung wuchs von anfänglichen 130 PS - genug für 210 km/h Spitze - auf 190 PS.

Ende 1972 präsentierte Porsche des Carrera RS 2.7, den Sportler mit markantem „Entenbürzel“ und mit 245 km/h Höchstgeschwindigkeit, der Deutschlands schnellstes Straßenauto wurde. Erstmals kletterte der Hubraum des Boxers über 2,5-Liter.

Das Aggregat mit dem 2.687 ccm Volumen erzeugte 210 PS und diente als Basis für Renneinsätze, aber auch als Motor des G-Modells. Unter dieser internen Bezeichnung lief die zweite Generation des Elfers 1973 von den Bändern. Die Grundform blieb bei dieser Neuerung erhalten, allerdings lösten Stoßstangen mit sogenannten Blasebälgen die eher zierlichen Chromelemente des Vorgängers ab. Die wulstigen Gummipuffer dienten der Erfüllung einer US-Crashanforderung.

Das G-Modell wurde bis 1988 produziert. Mit insgesamt 15-Jahren Bauzeit prägte es die längste Spanne im ersten halben Jahrhundert der 911-Historie.

In seine Zeit fielen Neuerungen wie der erste Turbo (1974), die erste Karosserie mit feuerverzinktem Blech gegen Durchrostung (1975) der erste geregelte Katalysator für ein Porsche-Modell in den USA (1979) und das erste Vollcabrio der Elfer-Baureihe (1982). Bis dato durften oder mussten Frischluftfans ihren Elfer nur als Targa genanntes Cabrio mit festem Überrollbügel fahren.

Die Motorleistung der G-Modell-Elfer stieg von anfänglichen 150 und 175 PS (911 S) über 200 PS im Jahr 1975 auf 231 PS im Jahr 1983. Um diese ungemein munteren Pferdchen zu versorgen, waren damals 3,2 Liter Hubraum nötig.

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  • ...und kostet heute nicht unter 60T€, Zustand Bastel.

    Alle älteren Porsche sind Renner - selbst die völlig kastrierten SC der späten 70er - nur die elenden 924/28/44/68 aufgrund ausgewiesener Häßlichkeit (gilt auch für 996, einzige 911 Ausnahme) und Pseudosportwagengehabe nicht. Auch Cayenne und Panamera werden niemals gesucht werden, dass dürfte der heutigen Klientel aber völlig egal sein.

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