Porsche-Pläne
Leipzig hat den Panamera noch nicht sicher

Die neuen Versionen der Sportwagenmodelle 911 und Boxter haben Porsche bereits im vergangenen Geschäftsjahr Rekordwerte beschert. Und auch für die Zukunft hat der Stuttgarter Autobauer ehrgeizige Ziele. Helfen soll dabei der "Panamera". Wo diese vierte Baureihe aber gebaut wird, bleibt ein Politikum.
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HB FRANKFURT. Neben neuen Allrad-Varianten des Modells 911 wird Porsche ab November auch den "Cayman" anbieten, ein geschlossenes, zweisitziges Coupe auf Basis des kleinen Sportwagens Boxster. Mit dieser Modellpalette soll der Absatz bis 2008 die Schwelle von 100 000 Fahrzeugen erreichen. Einen konkreten Ausblick wollte Vorstandschef Wendelin Wiedeking jedoch nicht geben. Dazu wolle sich Porsche erst im Dezember äußern. Wiedeking sagte lediglich: "Wir sind ehrgeizig."

Gegen Währungsverluste durch Schwankungen des Dollar-Kurses sei Porsche inzwischen bis 2009 abgesichert - dem Jahr, in dem die vierte Baureihe unter den Namen "Panamera" auf den Markt kommen soll. Ende Juli hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Porsche grünes Licht für die vierte Baureihe Panamera gegeben. Das Modell will Porsche anders als beim Cayenne ohne Partner bauen, sich aber mit Zulieferern verbünden. Wiedeking zufolge führt Porsche unter anderem mit Magna Steyr Gespräche über Zulieferungen zum "Panamera". Weitere Namen nannte er nicht. Spätestens bis zum Frühjahr 2006 müsse eine Entscheidung fallen, wie das komplette Produktionskonzept aussieht.

Der Panamera soll in den kommenden Jahren den Gewinnmotor des profitabelsten Autobauers der Welt auf Hochtouren halten. Porsche spricht zurzeit mit den Arbeitnehmern, ob und zu welchen Bedingungen der Panamera in Leipzig gebaut werden kann. Zum Verhandlungsstand sagte Wiedeking nichts. Notfalls gäbe es aber Alternativen zum Montagewerk Leipzig, wo bereits der Cayenne gebaut wird, sagte Wiedeking. Der Panamera werde jedoch sicher ein Auto "Made in Germany", wobei die Systemlieferanten aus dem näheren Umfeld Deutschlands stammen könnten. Der deutsche Produktionsanteil werde 70 bis 80 % betragen.

Das Luxusgefährt, von dem ab 2009 jährlich mindestens 20 000 Einheiten verkauft werden sollen, ist auch als Angriff von Porsche auf seine süddeutschen Oberklasse-Konkurrenten BMW und Mercedes-Benz zu verstehen. Zudem hat Porsche sich mit seinen Arbeitnehmern auf Einsparungen und eine Standortsicherung geeinigt. Die Börse glaubt an Wiedekings Strategie. Analyst Robert Heberger von der Privatbank Merck Finck schrieb in einer Analyse: "Porsche hat eine der überzeugendsten langfristigen Strategien in der Autobranche."

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