Präsentation der S-Klasse
Wenn der Livestream streikt

Doppeltes Donnerwetter für Mercedes: Bei der Präsentation der S-Klasse geht ein Gewitter nieder – und im Internet poltern enttäuschte Fans, weil sie die Show nicht live verfolgen können. Es gab technische Probleme.
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DüsseldorfDie Spannung vor der Präsentation des neuen Flaggschiffs des Daimler-Konzerns, der neuen Generation der Mercedes S-Klasse, war professionell aufgebaut. Häppchenweise veröffentlichte Daimler in den Wochen und Monaten zuvor so manches Detail – vom Innenraum bis zur Bereifung.

Kurz vor der großen Präsentation in Hamburg am Mittwochabend folgten dann ein erstes Bild des Wagens, wie er in eine Frachtmaschine für den Flug zur Präsentation geladen wird. Und immer wieder verwies das Unternehmen auf die Live-Übertragung, die um 19.15 Uhr alle diejenigen beglücken sollte, die nicht zum Kreis der über 700 Gäste im Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder gehörten.

Doch als die Show startete, bereitete der Mercedes-Marketingtruppe nicht nur ein Gewitter Kopfzerbrechen, das über der Auslieferungshalle des Flugzeugbauers niederging. Auch im Internet erhob sich ein Donnergrollen – und zwar das enttäuschter Fans. Sie konnten nicht die Bilder sehen, auf die sie sich zehntausendfach gefreut hatten - unter anderem auch den Auftritt der Soulsängerin Alicia Keys und die Hamburger Symphoniker.

Egal ob in Spanien, Großbritannien oder Frankfurt (Oder) – hunderte von Auto-Enthusiasten beschwerten sich in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook über gescheiterte Versuche, Daimler-Chef Dieter Zetsche und das neueste Pferd in seinem Stall live zu begutachten.

Die Verprellten machten ihrem Ärger Luft und spotteten, ob denn zumindest der Wagen besser sei als die Internetübertragung? Daimler hielt zwar den Kontakt zu den Fans – auch wenn da schon fast die Hälfte der Show vorbei war – und verwies auf alternative Seiten, wo die Bilder laufen sollten. Doch auch das funktionierte bei vielen Mercedes-Liebhabern nicht.

Für den Konzern ist das ein Beleg für den Erfolg der Übertragung. Der Ansturm sei einfach sehr groß gewesen. Mehrere zehntausend Zugriffe habe man gleichzeitig verzeichnet, der Server sei teilweise mit über 1500 Prozent der eigentlichen Last gelaufen und habe „irgendwann einfach dicht gemacht“, so Michael Huh, Leiter der audiovisuellen Kommunikation beim Unternehmen zu Handelsblatt Online.

Zusätzliche Zugriffe seien dann abgeblockt worden. Die Übertragung sei aber auch von mehr als 300 Nachrichtenseiten und Auto-Portalen live in die Berichterstattung eingebunden worden, und dort habe es seinen Informationen zufolge keine Probleme beim Abruf gegeben.

Wer draußen bleiben musste, hatte keine andere Wahl, als auf die Bilder des in der Langversion 5,24 Meter messenden Fahrzeugs zu warten (hier geht's zur Bildergalerie). Und diese besänftigten dann zumindest viele Mercedes-Liebhaber. „Einfach nur geil“, schrieb einer.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Präsentation der S-Klasse: Wenn der Livestream streikt"

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  • Wundert mich überhaupt nicht. Vom Kommunikation versteht Mercedes nichts. Oder (wahrscheinlicher) es ist ihnen egal. Was die mit Dolmetschern machen ist auch hanebüchen, aber was erwartet man vom einem Konzern, das nach den Kauf von Chrysler "einfach" alles auf Englisch machen wollte? Peinlich, und sie merken es nicht Mal. Sie verbuches es lieber als Erfolg: Der Ansturm war so groß, dass nichts geklappt hat. Hahaha...

  • Haben all die Leih- und Werkvertragsarbeiter nicht schnell genug in die Pedale getreten? ;-)

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