Preisnachlässe
VW hält Rabatt-Vorwurf für „Quatsch“

VW setzt auf systematische Rabatte, um die bundesweite Rabattschlacht zu befeuern, ergab eine Studie des Verkehrsexperten Ferdinand Dudenhöfer. Nun wehrt sich der Autokonzern: Er hält die Arbeit für „unseriös“.
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FrankfurtAutoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat mit seiner aktuellen Rabattstudie einen offenen Konflikt mit Europas größtem Autokonzern Volkswagen ausgelöst. Der Hersteller wehrt sich vehement gegen die Kernthese der Erhebung, wonach VW mit deutlichen Nachlässen die Rabattschlacht in Deutschland befeuere.

Die Schlussfolgerungen seien "vollkommener Quatsch", sagte ein VW-Sprecher dem Handelsblatt. "Gerade er sollte wissen, dass ein Händler ein Einzelunternehmer ist und eigene Entscheidungen über seine Angebote trifft." Doch Dudenhöffer hält dagegen und erklärt, die Argumente von VW seien nicht "ernst zu nehmen".

Laut der Studie der Universität Duisburg-Essen, über die das Handelsblatt vorab berichtete, wurden im Mai erstmals mehrere Modelle von VW in Deutschland mit Nachlässen von bis zu 23 Prozent angeboten, womit der Marktführer die Rabattschlacht anheize. VW kontert nun: "Aus diesen regionalen, voneinander unabhängigen Angeboten auf eine von Volkswagen getriebene Verschärfung der Rabattsituation zu schließen ist nicht seriös und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage."

VW bestätigt damit indirekt die hohen Nachlässe, bestreitet jedoch, dass dahinter eine Vertriebsstrategie des Unternehmens stecke. Der Hintergrund: Die Händler in Deutschland sind eng über Verträge an die Hersteller gebunden, agieren aber - mit Ausnahme der Niederlassungen - selbstständig und auf eigene Rechnung.

Doch Dudenhöffer besteht darauf, dass die Nachlässe für wichtige VW-Modelle keine regionalen Einzelaktionen seien. Bundesweit werde der VW Golf über Internetvermittler mit 21 Prozent Nachlass im Durchschnitt angeboten, der Polo mit 18 Prozent - und stationäre Händler überböten diese Rabatte vereinzelt noch. "VW muss daher dicke Händler-Prämienprogramme am Laufen haben", sagte Dudenhöffer.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Rabattstudien in die Kritik geraten. Schon vor zwei Jahren hatten Händlerverbände kritisiert, dass die Expertisen den Preisverfall in der Branche anheizten.

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  • Duddenhöfer-Studien sind ziemlich oft daneben. Er sagte vor 2 Jahren den Deutschen Herstellern für 2010 ein Deseaster voraus, stattdessen war es ein blendendes Jahr. Mitte 2011 kritisierte er die langen Lieferfristen der deutschen Hersteller als "Ergebnis falscher Absatzplanung" (hätten sich die Konzerne an Duddenhöfers Absatzpprognosen gehalten, wären die Lieferfristen noch viel länger gewesen...). Im Herbst 2011 dann kündigte er dramatische Einbrüche für die deutschen Hersteller an, von denen bis heute - 10 Monate später! - nichts zu sehen ist. In einigen Börsenforen wird Duddenhöfer bereits als "Kontraindikator" für den Geschäftserfolg der deutschen Premiumhersteller gehandelt.

  • Tankstellenbetreiber verdienen rund 1 Cent pro Liter, unabhängig von der Höhe des Spritpreises.

  • Komisch, die Tankstellenbetreiber sind ebenfalls Einzelunternehmer und können auch nix für die hohen Spritpreise...

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