Preisschlacht
Niveau der Auto-Rabatte auf Höchststand

Die Auto-Händler müssen sich dieser Tage anstrengen, um Kunden zu locken. Und so geben sie gerne mal einen Rabatt. Der durchschnittliche Nachlass ist derzeit so hoch, wie seit sieben Jahren nicht mehr.
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DüsseldorfDer Preisdruck im deutschen Automarkt bleibt auch im Juni weiter hoch. Nach einer Analyse des CAR-Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, erreichte das Rabattniveau im Juni im Vergleich zu den Vorjahresmonaten den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Die Anzahl der beworbenen Rabattaktionen ist nach der Studie im Juni zwar leicht von 385 auf 370 gesunken, aber gleichzeitig ist das Niveau des durchschnittlichen Preisnachlasses, den der Kunde durch Sondermodelle, Sonderfinanzierungen, Leasing oder Rabatte erhielt, von 11,5 Prozent auf 11,9 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der taktischen Zulassungen, also Anmeldungen von Händler und Herstellern, sowie die Preisnachlässe von Internetvermittlern verblieben auf hohem Niveau.

Die höchsten Nachlässe mit rund 30 Prozent zum Listenpreis ermittelte das CAR Center beim japanischen Hersteller Honda für den Kleinwagen Civic, der mitten in einem Modellwechsel steht. Auch die italienische Marke Fiat bot den Kleinwagen Punto für einen Einstiegspreis von bis zu 9.990 Euro an – ein Nachlass von 3.810 Euro oder 27,6 Prozent gegenüber der Standardpreisliste.

Hintergrund für die Lockangebote ist die Zurückhaltung der privaten Autokäufer. „Gerade 36,7 Prozent aller im Mai verkauften Neuwagen gingen an Privatkäufer“, heißt es in der Untersuchung. „Das ist der niedrigste Privatkundenanteil im Monat Mai der letzten zehn Jahre.“

Deutschlands meistgekauftes Auto, der VW Golf, entpuppt sich im Lichte seiner baldigen Ablösung durch eine neue Generation als Sorgenkind. Auf ihn gewähren Händler bis zu 24 Prozent Rabatt – so viel, wie noch nie in der letzten Phase einer Golf-Generation. Mit 38 Prozent Tageszulassungen belegte der VW Golf auch in dieser Disziplin einen unrühmlichen Spitzenwert. Während 4.617 neue Golfs den Weg zu Privatkunden fanden, bekamen 6 590 Golfs als Halter VW oder einen VW-Händler eingetragen.

Die Schwäche des Golfs sehen die Automarkt-Beobachter im Vergleich zum – wie sie meinen – wichtigsten strategischen Wettbewerber, dem Hyudai i30, als besonders dramatisch. „Der neue Hyundai i30 ist deutlich besser eingepreist als der VW Golf und verfügt mit seinen 5 Jahren Garantie über ein deutlich besseres Gesamtpaket als der VW Golf. Daher braucht Hyundai mit 18 Prozent weniger Rabat als der Golf“, stellt CAR fest.

Im Internet halten sich die Rabatte auf dem seit Monaten festzustellenden Niveau von rund 18 Prozent. Für VW-Fahrzeuge wie der Polo, Tiguan und Touran mussten im Mai wieder ein bis drei Prozent mehr gezahlt werden als im Vormonat.

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