Preiswerter Grillanzünder als Brandbeschleuniger
Brennende Luxuskarossen in Berlin

Die Anschläge richten sich gegen die Autos von Großkonzernen und private Luxuskarossen - seit Monaten gehen in Berlin immer wieder Fahrzeuge in Flammen auf. Nun hat die Serie einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Polizei meldete am Dienstag den 100. Brandanschlag in diesem Jahr, bei dem die Behörde einen politisch motivierten Hintergrund vermutet.

dpa BERLIN. Damit haben die Täter allein bis zum Spätherbst knapp dreimal so oft zugeschlagen wie im gesamten vergangenen Jahr, in dem „nur“ 36 Fälle gezählt wurden. Ins Visier der Täter geraten vor allem teure und hochwertige Limousinen. Aber auch Mitarbeiter der Deutschen Bahn, von Siemens und dem Stromkonzern Vattenfall entdeckten bereits ausgebrannte Firmenwagen.

In der vorläufigen Bilanz dieses Jahres schlagen vor allem die Ereignisse rund um den G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm zu Buche, als in Berlin so viele Autos wie nie in diesem Jahr brannten. Bis heute gingen nach Angaben der Polizei tatsächlich mehr als hundert Wagen in Flammen auf - denn wegen der großen Hitze werden auch unmittelbar in der Nähe parkende Autos beschädigt. Menschen seien bisher nicht verletzt worden.

Dass die Brandanschläge in der Hauptstadt mit dem G8-Gipfel zusammenhängen, schließt die Berliner Polizei nicht aus. Danach seien die Anschläge in der Hauptstadt von 36 Fällen im Mai bis auf vier im September stetig gesunken. Doch erst kürzlich brannten im Stadtteil Kreuzberg innerhalb von zehn Minuten gleich drei Autos.

Die Fälle beschäftigen mittlerweile nicht nur Ordnungshüter und die Besitzer zerstörter Autos, sondern auch die Berliner Politik. Vor allem Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Dieter Glietsch mussten sich von der oppositionellen CDU-Fraktion harsche Kritik anhören. Es sei erschreckend, „wie kommentarlos der Senat das Abfackeln von Autos seit dem G8-Gipfel hinnimmt“, hatte zum Beispiel deren innenpolitischer Sprecher Frank Henkel kritisiert.

Der Polizeipräsident und der Innensenator wiesen die Vorwürfe mehrfach zurück. Glietsch hielt eine von der CDU geforderte Sonderkommission nicht für notwendig. Seine Behörde werde ohnehin mit „erheblichem personellen Aufwand“ alles tun, um die Täter festzunehmen. Bisher ist das nach Angaben der Polizei bei 14 jungen Leuten gelungen. Gegen zwölf von ihnen werde noch ermittelt. Ende Oktober sei bereits ein Täter zu einer siebenmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

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